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Deutscher Minister verteidigte risikoreiches Walrettungsversuch

Expertinnen warnen vor Gefahr, politische Entscheidung stand im Fokus

Die deutschen Behörden verteidigten ihre Entscheidung, einen riskanten Rettungsversuch für einen strandeten Wal zu gestatten. Dies geschah trotz Warnungen von Experten, da das Tier verletzt war und seine Überlebenschancen gering erschienen. Die Saga des Wals, bekannt als Timmy, hatte Deutschland seit fast zwei Monaten in Atem gehalten, nachdem der Buckelwal an einem Sandbank bei Timmendorfer Strand aufgefunden worden war.

Die Todesmeldung des Wals bestätigten die dänischen Behörden am Samstag, zwei Wochen nach dem Transport in die Nordsee im Rahmen des Rettungsversuchs. Die Umweltbehörde Dänemarks bestätigte, dass ein Wal am Freitag nahe der Insel Anholt im Kattegat tot aufgefunden worden war und am Samstag Timmy sei gestorben. Die Behörde riet die Öffentlichkeit, Abstand zum Kadaver zu halten, da dieser Krankheiten ausgesetzt sein konnte.

Till Backhaus, Umweltminister für Mecklenburg-Vorpommern und Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, bestand darauf, dass er recht hatte, die privat finanzierte Mission zu erlauben. Er argumentierte, es sei „vollkommen menschlich“, die geringste Gelegenheit zu ergreifen. Er betonte, dass man abwägen müsse, welche Option das Schlimmste darstellte: das Warten auf den sicheren Tod in Qual oder dem Geben einer letzten Chance, die das Tier Stress aussetzen konnte.

Zuvor hatten deutsche Beamte versucht, den Wal zu retten, da sie glaubten, er könne nicht von seinem Strandort befreit werden. Nach einem nationalen Aufschrei erklärten zwei Millionäre jedoch, sie seien bereit, „alles zu bezahlen“, um das Tier freizulassen. Der Rettungsversuch kostete schätzungsweise anderthalb Millionen Euro und umfasste das Ablenken des Wals von den Sandbänken in eine Wasser-Barge, welche von einem Schleppboot aus Wismar Bay nahe Lübeck in tiefere Gewässer vor der Küste Dänemarks zog.

Die Mission erfuhr scharfe Kritik von der Internationalen Walfangkommission, da das männliche Jungtier als „stark beeinträchtigt“ galt und nach seiner Freilassung unwahrscheinlich sei, dass es überlebte. Experten des Ozeanografischen Museums in Stralsund empfahlen zudem, den Wal in Ruhe sterben zu lassen. Der junge Wal zeigte Lethargie, war schwach und wies blasenartige Flecken auf, nachdem er wochenlang in Wasser mit geringer Salinität verbracht hatte. Die dänischen Behörden bestätigten schließlich, dass es keine konkreten Pläne zur Entfernung des Wals gab und er aktuell kein Problem für das Gebiet darstellte.

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