Eine diplomatische Auseinandersetzung entzündete sich zwischen Südafrika und Ghana. Der Streit betraf die Behauptungen, dass ein ghanischer Mann während anti-migrantischer Proteste getötet worden war. Südafrikanische Beamte wiesen diese Anschuldigungen entschieden zurück.
Das Außenministerium Ghanas teilte mit, dass es Berichte über den Tod von Bashiru Isak, 40 Jahre alt, am Dienstag in Khayelitsha, Kapstadt, erhalten hatte. Ghana versandte daraufhin eine formelle Protestnote und reichte eine Beschwerde bei der Polizei ein. Die Regierung forderte eine vollständige, transparente und beschleunigte Untersuchung, die zur Verhaftung und Verfolgung der Täter führte.
Die Justizministerin Südafrikas äußerte ihr Mitgefühl, betonte jedoch gleichzeitig ihre Besorgnis über die Behauptung, dass ghanische Behörden falsche Informationen über Entwicklungen bei irregulärer Migration verbreiteten. Die Polizei Südafrikas erklärte, sie besaßen keine Aufzeichnungen über den Mord in Khayelitsha. Sie bestätigten jedoch, dass sie den Tod eines anderen ghanischen Mannes, Kwabena Boagen, in Verbindung mit einem Extorsionsdelikt untersuchten.
Die Polizei berichtete, dass Verdächtige in einer Barbershop, in der Boagen arbeitete, nach Geld verlangt hatten, bevor er geschossen wurde. Die Ermittlungen gegen diese Verdächtigen liefen jedoch ohne Verhaftungen. Die Polizei bat die ghanischen Behörden um Details zum Khayelitsha-Vorfall, um die Untersuchung weiter voranzutreiben.
Das südafrikanische Außenministerium dementierte die Behauptungen, den Tod des Ghaners mit den anti-migrantischen Protesten in Verbindung zu bringen. Es erklärte, dass die Anschuldigungen eine erfundene Geschichte seien. Gleichzeitig berichtete die Polizei, dass die Proteste am Dienstag größtenteils friedlich verliefen und etwa neunhundert Personen verhaftet wurden, hauptsächlich wegen Einwanderungsdelikten und Plünderungen.
Ghana forderte Südafrika auf, seine internationalen Verpflichtungen einzuhalten, um die Sicherheit und Würde aller ausländischen Staatsbürger auf seinem Territorium zu gewährleisten. Die Regierung appellierte an Südafrika, die Verantwortlichen für den Mord unverzüglich zur Rechenschaft zu ziehen. Zudem informierte das Außenministerium seine Bürger, die in Südafrika verblieben, zur Wachsamkeit und zur Vermeidung von Risikogebieten.