FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Welt

Dissident in Südkorea festgenommen nach Flucht aus China in einem Gummiboot

Ex-Polizist und Menschenrechtsaktivist wird wegen Einwanderungsverstößen in Korea verhört

Ein chinesischer Dissident wurde in Südkorea festgenommen, nachdem er versucht hatte, aus China in einem Gummiboot zu fliehen. Dong Guangping, ein ehemaliger Polizeibeamter und Menschenrechtsaktivist, fand am Montagabend in koreanischen Gewässern den Weg. Die Küstenwache Südkoreas teilte der BBC mit, dass Dong wegen mutmaßlicher Einwanderungsverstöße untersucht wurde und sein Fall den Staatsanwälten übergeben werde.

Der 68-jährige Mann hatte sich laut Berichten über mehr als dreißig Stunden auf See begeben, um die Küste des Nachbarlandes zu erreichen. Er war erschöpft und brach bei der Ankunft in der Nähe von Taean, einer Küstenregion Südkoreas, zusammen. Die Küstenwache rettete ihn nach einem Bericht eines Fischerbootes, das Dong entdeckte.

Dong hatte seine Fluchtpläne zuvor mit einer Aktivistin namens Sheng Xue besprochen, welche ihm jedoch warnte, dass die Reise zu gefährlich sei. Die Aktivistin betonte jedoch seine Entschlossenheit und seinen Mut, mit denen er seine Flucht vorbereitet hatte. Eine Menschenrechtsorganisation forderte Seoul auf, humanitäre Prinzipien zu wahren und Dong nicht nach China zu übergeben, wo er einer ernsten Gefahr der Verfolgung und Folter ausgesetzt sei.

Die Organisation kritisierte die Situation in China scharf und bezeichnete die Reise eines Mannes, der in einem kleinen aufblasbaren Boot über offene Meere vorstieß, als eine verheerende Bestätigung der Menschenrechtslage in China. Sie appellierte an die koreanischen Behörden, Dong die Möglichkeit zur politischen Asylsuche zu gewähren oder seine sichere Passage nach Kanada zu erleichtern, wo seine Familienmitglieder lebten.

Dong hatte bereits mehrfach versucht, China zu verlassen. Im Jahr 2015 floh er mit seiner Frau und Tochter nach Thailand, doch die thailändischen Behörden deportierten ihn zurück nach China, obwohl er bereits den Flüchtlingsstatus der Vereinten Nationen erhalten hatte. Später versuchte er 2019, zu Kinmen, einer kleinen taiwanesischen Insel, zu schwimmen, doch er wurde von Fischern zurückgeholt. Auch in Vietnam floh er 2020, wurde jedoch von vietnamesischer Polizei festgenommen und zurückgeschickt. Diese wiederholten Versuche unterstrichen die anhaltende Verfolgung durch die chinesischen Behörden.

Die Reise von Dong spiegelt die Erfahrungen anderer Dissidenten wider, wie beispielsweise Kwon Pyong, der 2023 mit einem Jetski nach Südkorea floh. Die Behörden Südkoreas verhängten gegen ihn Anklagen wegen illegaler Einreise, und er durfte fast ein Jahr lang nicht das Land verlassen. Dong hoffte auf eine Umsiedlung in Kanada, wo seine Familie ansässig war.

ChinaSüdkoreaMenschenrechteFlucht

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp