Die Demokratische Republik Kongo stoppte das Vorbereitungslager für die Weltmeisterschaft in Kinshasa aufgrund eines Ebola-Ausbruchs im Osten des Landes. Die Vorbereitungen wurden infolge der Lageentwicklung nach Belgien verlegt. Der Ausbruch, der mutmaßlich über 130 Todesopfer nach sich zog, stellte die Gesundheitsbehörden vor große Herausforderungen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnete den Ausbruch als „öffentliche Gesundheitsnotlage internationaler Bedeutung“, stellte jedoch fest, dass es sich nicht um eine Pandemie handelte. Der nationale Fußballverband gab bekannt, dass die Vorbereitungstermine in Europa wie geplant stattfanden. Die Mannschaft bereitete sich auf ihre erste Weltmeisterschaftsbeteiligung seit 1974 vor.
Die Verschiebung des Trainingslagers erfolgte durch Reisebeschränkungen der Vereinigten Staaten. Die US-Gesundheitsbehörde verbot die Einreise von Nicht-Amerikanern, die in der Demokratischen Republik Kongo, Uganda oder Südsudan innerhalb der letzten zwanzigundzwanzig Tage gewesen waren. Diese Maßnahme reagierte auf den Ebola-Ausbruch.
Da die Spieler sowie der französische Trainer Sébastien Desabre außerhalb des zentralafrikanischen Landes stationiert waren, waren sie von den Reisebeschränkungen nicht betroffen. Einige Teammitglieder, die im Kongo stationiert waren, verließen das Land vor Ablauf der einundzwanzig-tägigen Frist. Die Spiele der Mannschaft fanden wie geplant statt: Sie spielten Freundschaftsspiele gegen Dänemark am 3. Juni in Belgien und gegen Chile am 9. Juni in Spanien. Ihr erstes Turnierspiel gegen Portugal fand am 17. Juni in Houston, den Vereinigten Staaten, statt.
Die WHO berichtete am Mittwoch, dass schätzungsweise 139 Menschen gestorben waren, von 600 vermuteten Fällen. Gleichzeitig meldete der Gesundheitsminister des Kongo, Samuel Roger Kamba, der staatlichen Rundfunkanstalt RTNC TV, dass die Behörden 159 Todesfälle registriert hatten. Der Ausbruch wurde durch eine seltene Ebola-Art namens Bundibugyo verursacht. Da für diese Art derzeit kein Impfstoff existierte, sagte die WHO voraus, dass ein Impfstoff bis zu neun Monate dauern würde, um verfügbar zu sein.