Die Torontoer Polizeibehörde sah sich nach der Verhaftung von drei dienstfreien Beamten in Barcelona mit neuen Fragen konfrontiert. Es stellte sich heraus, dass die drei Offiziere, die sich im Urlaub in Barcelona befanden, im Zusammenhang mit einer sexuellen Übergriffstat zweifelt wurden. Nach Angaben der Polizei in Barcelona ereignete sich der mutmaßliche Übergriff in den frühen Morgenstunden des 13. Mai, als die Gruppe von Polizeibeamten mit einer Prostituierten in einem Taxi im Viertel Ciutat Vella der katalanischen Hauptstadt reiste.
Laut Berichten der regionalen Zeitung El Periódico de Catalunya versuchten die Beamten angeblich, die Frau gleichzeitig zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Als diese Frau jedoch ablehnte, wurden die drei Verdächtigen angeblich gewalttätig und begannen, die Frau zu beleidigen, zu bedrohen und zu schlagen. Eine Zeitung berichtete, dass einer der Beamten die Opfer sexuell übergriff, während ein anderer die Frau in den Mund schlug, was zu einer Schnittwunde über dem Augenbrauen führte, die Nähte erforderte.
Als zivile Beamte der kommunalen Polizeibehörde Barcelonas das Taxi stoppten und die Insassen veranlassten, die Fahrt zu beenden, reagierte einer der kanadischen Polizisten angeblich gewalttätig, während ein anderer, der die Frau angeblich geschlagen hatte, davonlief. Zwei der Männer wurden zu diesem Zeitpunkt verhaftet, während ein dritter Beamter floh. Die katalanische Polizei bestätigte, dass einer der verhafteten Männer wegen sexueller Übergriffe und Körperverletzung angeklagt wurde, während ein anderer auf Antrag auf Bewährung entlassen wurde. Der dritte Mann wurde am Morgen des 15. Mai in Palma de Mallorca in Zusammenarbeit mit der Guardia Civil festgenommen.
Die lokalen Medien in Barcelona lieferten die ersten Informationen an die kanadischen Medien über die Verhaftungen und die damit verbundenen Strafanzeigen. Die Torontoer Polizeidienststelle bestätigte die Verhaftungen am 18. Mai, antwortete jedoch auf Fragen zur fehlenden proaktiven Offenlegung durch die katalanische Polizei nicht. Ein Sprecher der Torontoer Polizei bezeichnete die Vorwürfe als „ernsthaft“, versicherte jedoch, dass die Behörde die Beamten nicht identifizierte. Die Dienststelle konnte keine weiteren Angaben zu den Anklagen machen, da diese nun vor Gericht lagen.
Diese Vorwürfe entstanden inmitten einer Zeit, in der die Polizeibehörde, die größte Kanadas, mit erheblichen Reputationsschäden kämpfte. In den letzten Monaten wurden mindestens acht Beamte in einer umfangreichen Ermittlung wegen Vorteilsnahme, der Unterstützung von Drogenschmugglern, der Weitergabe persönlicher Daten an Kriminelle sowie der Beteiligung an einem Plan zur Ermordung eines Korrektivs angeklagt. Der Polizeichef der Stadt erklärte, dass die Ermittlung „die korrosive Reichweite der organisierten Kriminalität“ in die größte kommunale Polizeibehörde Kanadas enthüllte. Keiner der in Spanien verhafteten Beamten verbanden öffentlich mit dieser Ermittlung.