Eine dritte Attacke auf eine Schule in Warschau fand innerhalb weniger Tage statt. Eine 21-jährige Frau verletzte drei Personen in einem Bildungseinrichtung in der Hauptstadt, berichtete die Polizei. Der Täter nutzte ein „gefährliches Objekt“, welches zwei weitere Personen, einen 17-jährigen und eine 24-jährige, verletzte. Keiner der Verletzten erlitt lebensbedrohliche Zustände.
Die Polizei leitete umfangreiche Maßnahmen ein, um weitere Gewalt zu verhindern. Im Zuge der Ermittlungen verhafteten die Behörden 76 Personen in ganz Polen und überprüften fast 50.000 Schulen im gesamten Land. Diese Operation erfolgte als Reaktion auf zwei frühere Schulangriffe, die bereits in der Woche stattfanden und zu einem Todesopfer und mehreren Verletzten führten, darunter auch Kinder.
Die Vorfälle zeigten, dass die Schulgewalt durch Minderjährige ein neues Phänomen in Polen darstellte. Vor den Angriffen verbreiteten sich Gerüchte in Online-Gruppen und den Mainstream-Medien, dass die Angriffe koordiniert seien und ein weiterer Vorfall am „blutigen Freitag“ bevorstehe. Die Schulleitungen reagierten schnell und suspendierten proaktiv die Unterrichtsstunden in 59 Schulen in ganz Polen, insbesondere im Mazovischen Bezirk, wo Warschau lag. Es wurden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, darunter die Platzierung von zusätzlichem Personal an den Eingängen und freiwillige Taschenkontrollen.
Innenminister Marcin Kierwiński betonte die Notwendigkeit der Sicherheit. Er erklärte, dass die Sicherheit der Jugend das wichtigste Anliegen sei und keine Kompromisse eingegangen würden. Die Festnahmen umfassten beispielsweise einen 14-jährigen Jungen aus einem zentralen Bezirk Warschaus, der eine Messer mit versteckter Klinge und elf Feuerwerkskörper besaß, sowie einen 16-jährigen Jugendlichen, der mit einem Schmetterlingsmesser in die Schule kam.
Die Behörden suchten nach Beweisen für eine koordinierte Online-Challenge, die Schulangriffe förderte, fanden jedoch keine solchen Hinweise. Die beiden Täter blieben in Gewahrsam. Die Verantwortlichen versprachen, die Sicherheitsmaßnahmen an Schulen fortzusetzen und Krisen-Trainings zu organisieren. Der Premierminister Donald Tusk betonte zudem, dass die Möglichkeit, Straftaten online zu verbreiten, durch fehlende rechtliche Werkzeuge blockiert werden konnte. Die Regierung versprach zudem, die Bemühungen zur Verabschiedung eines Gesetzes zur Blockierung schädlicher Online-Inhalte zu erneuern.