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Wissenschaft

Drogenmissbrauch in Israel stieg nach dem 7. Oktober

Neue Daten des ICA zeigten einen deutlichen Anstieg bei problematischer Substanznutzung und erhöhte Belastung bei Veteranen

Der Drogenmissbrauch in Israel stieg nach den Ereignissen vom 7. Oktober signifikant an. Jüngste Daten des Zentrums für Sucht und psychische Gesundheit (ICA) zeigten, dass ein Viertel der Israelis nun problematische Substanzen konsumierte. Insbesondere verschrieben sedierende Mittel und Opioide verzeichneten die steilsten Zuwächse, was auf eine wachsende gesellschaftliche Herausforderung hindeutete.

Professor Shauli Lev-Ran, Mitbegründer und akademischer Direktor des ICA, berichtete, dass die regelmässig durchgeführten Umfragen einen deutlichen Anstieg des süchtig wirkenden Substanzmissbrauchs dokumentierten. Der Anstieg setzte sich auch nach den Angriffen fort, wobei der problematische Substanzkonsum ab Dezember 2023 bereits bei etwa einem Viertel der Bevölkerung lag.

Der Konsum von Sedativa und Schlafmitteln stieg dramatisch an. Die Rate des problematischen Verbrauchs dieser Mittel erhöhte sich von 3,8 Prozent im Jahr 2022 auf 10,2 Prozent im Jahr 2025, was einem Anstieg von 168 Prozent entsprach. Auch der Gebrauch von Opioiden und Stimulanzien verdoppelte sich nahezu. Insgesamt erreichten zwanzig Komma acht Prozent der Befragten die Kriterien für den problematischen Gebrauch mindestens einer Substanz, wobei bei Einbeziehung von Alkohol diese Zahl auf sechsundzwanzig Komma acht Prozent, also ein Viertel der Bevölkerung, stieg.

Für die jüngere Generation in Israel waren Ketamin und 3-MMC die beliebtesten Substanzen. Ketamin, eine dissoziative Substanz, wurde rekreationell wegen seiner halluzinogenen Wirkung konsumiert. Ein ehemaliger Soldat erklärte, dass die kulturellen Veränderungen und die Erfahrung der Flüchtigkeit des Lebens zu einem Bedürfnis nach Entspannung und dem Verdrängen von Ereignissen führten, was den Konsum dieser Substanzen förderte.

Die Belastung war besonders hoch bei Personen mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS). Die Daten des ICA zeigten, dass der problematische Substanzkonsum bei Betroffenen von PTBS bei fünfundfünfzig Komma zwei Prozent lag – mehr als das Doppelte der Rate in der allgemeinen Bevölkerung. Berichte über die militärische Ausbildung in Gaza, die als „illegal“ oder „falsch“ beschrieben wurden, verstärkten diese Situation. Für Soldaten war die Verschreibung von Cannabis zur Bewältigung ihrer PTBS-Symptome häufig, doch bei einigen war die Substanz notwendig, um den Alltag zu bewältigen.

Die Zahlen zeigten, dass Israel in seinem vierten Jahr des Krieges in Gaza mit wachsendem Druck auf die Gesundheits- und Sozialsysteme konfrontiert war. Die Situation unterstrich die Notwendigkeit einer umfassenden gesellschaftlichen Reaktion auf die psychischen und gesundheitlichen Folgen des Konflikts.

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