Drohnen detektierten verstärkt Raubfische an amerikanischen Stränden, doch ob diese Technologie die öffentliche Sicherheit erhöhte, blieb fraglich. Experten bemerkten, dass die Maschinen eine begrenzte Nützlichkeit als Sicherheitstool besaßen und es kein Beweismittel gab, dass die Bedrohung durch Raubfische für Schwimmer gestiegen war. Dennoch verzeichneten Beobachter mehr Berichte über Raubfische rund um lokale Strände.
Die Zunahme der Sichtungen konnte lediglich auf eine erhöhte Überwachung durch die Drohnen zurückgeführt werden. Es gab keine eindeutigen Hinweise darauf, dass tatsächlich mehr Raubfische nahe der Küste schwammen. Experten warnten davor, dass diese wahrgenommene Steigerung zu irrationalen Reaktionen von Behörden und Badegästen führen konnte, insbesondere da Raubangriffe weiterhin selten blieben. Es entstand die Befürchtung einer Spirale: Behörden erhielten mehr Meldungen, kauften mehr Drohnen, die wiederum mehr Raubfische entdeckten.
Greg Skomal, leitender Forscher für Fischerei, bemerkte, dass die tatsächliche Anzahl der Raubfische möglicherweise nicht gestiegen war, aber die Angstfaktoren zunahmen. Die Wahrscheinlichkeit, von einem Raubfisch gebissen zu werden, betrug nur ein Zehntausendstel. Die Florida Museum of Natural History berichtete, dass im Jahr 2025 weltweit nur 65 unprovokierte Raubfischgebisse stattfanden, was unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 72 lag.
In den Vereinigten Staaten investierten Staaten wie New York verstärkt in die Überwachung. Der Gouverneur Kathy Hochul kündigte 2022 eine Erhöhung der Rettungspersonalbesetzung an und den Kauf zusätzlicher Drohnen an. Im Folgejahr bereitete sie eine Million Dollar für den Kauf von Drohnen und die Schulung des Personals ein, wobei 60 Drohnen eingesetzt wurden. Dieses Jahr investierte der Staat weitere 322.000 Dollar in sechzehn zusätzliche Drohnen zur Überwachung.
Die Effektivität der Drohnen beschränkte sich auf die Erkennung von Raubfischen an der Wasseroberfläche. Chris Lowe, Direktor des Shark Lab an der California State University, Long Beach, erklärte, dass die Sichtbarkeit ein entscheidender Faktor sei. Bei schlechter Sicht konnte ein Raubfisch jedoch fünf Meter unter der Oberfläche verborgen bleiben. Er betonte, dass die Technologie lediglich ein wissenschaftliches Werkzeug sei und kein Frühwarnsystem. Die Nutzung von Überwachungsmitteln müsse jedoch mit Bedacht erfolgen, um unnötige wirtschaftliche oder gesellschaftliche Konsequenzen zu vermeiden.
Behörden mussten bei der Entscheidung über Strandschließungen stets umsichtig handeln. Nur wenn eine konkrete Gefahr vorlag, konnte eine Schließung gerechtfertigt sein. Die Überwachung durch Luftbildaufnahmen erlaubte es den Behörden, bei Verdacht auf gefährliche Meerestiere intensiver zu beobachten und somit eine fundierte Entscheidung zu treffen.