Die Lage in El Obeid, einer sudanesischen Stadt, die von Drohnenangriffen heimgesucht wurde, erregte tiefe Besorgnis unter Hilfsorganisationen. Helfer berichteten von einer zunehmenden Brutalität der Angriffe am vergangenen Wochenende. Die Drohnen trafen Schulen und Kraftstoffstationen und töteten über zwanzig Menschen, darunter Schüler. Diese Angriffe zeigten die extreme Verwundbarkeit der Zivilbevölkerung in diesem Konfliktgebiet.
El Obeid fungierte als entscheidender Kampfplatz im Krieg zwischen den Sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF). Die RSF führten Angriffe durch, welche die Vereinten Nationen und andere Organisationen dazu veranlässigten, vor dem Risiko von Gräueltaten zu warnen. Die Stadt lag zwischen RSF-kontrollierten Gebieten im westlichen Darfur und von der Armee kontrollierten Regionen im Osten. Die Armee versuchte, die paramilitärische Gruppe nach einer Belagerung im Februar des Vorjahres von einer weiteren Blockade abzuhalten.
Zwischen dem 6. und 28. Juni des laufenden Jahres verzeichnete das UN-Menschenrechtsbüro fünfzehn Drohnenangriffe in der Stadt und den umliegenden Gebieten, welche mindestens fünfundvierzig Menschen töteten und vierundvierzig verletzten. Es wuchs die Befürchtung einer Wiederholung der Massaker in El Fasher, als RSF-Kämpfer nach der Eroberung der Stadt nach achtzehn Monaten Belagerung in die Tat umgingen. Amnesty International veröffentlichte einen Bericht, der die RSF für ethnische Säuberungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in ihrer Kampagne zur Eroberung von El Fasher anklagte. Eine unabhängige Untersuchung der Vereinten Nationen zeigte, dass die Übernahme der Stadt durch die RSF die Merkmale eines Völkermordes gegen nicht-arabische Gemeinschaften aufwies.
Volker Türk, der UN-Hoher Kommissar für Menschenrechte, sprach Delegierte in Genf in einer dringenden Debatte an. Er erklärte, dass die Zeichen aus El Obeid eindeutig seien und unmissverständlich: Eine weitere humanitäre Katastrophe entfaltete sich in Sudan. Er warnte davor, dass dies ein „Rotlicht“ sei, das die Entscheidungsträger weltweit erreichen müsse. Er forderte, dass die Verantwortlichen Ideen zur Verhinderung von Gräueltaten in El Obeid und anderen Regionen Kordofans auf ihre Schreibtische legten.
Experten hoben signifikante Konzentrationen von RSF-Truppen um die Stadt hervor und warnten vor einem unmittelbar bevorstehenden Bodenangriff. Berichte des Yale Humanitarian Research Lab zeigten Schäden an der Stromerzeugung, den Treibstofflagerstätten und dem Hauptmarkt, welche als „bewusstes Bombardement ziviler Infrastruktur zur Aufrechterhaltung des Lebens“ beschrieben wurden. Die SAF errichtete etwa dreißig Meilen (fünfzig Kilometer) Verteidigungspositionen, was auf eine erwartete Belagerung hindeutete. Die Bevölkerung erlebte durch die ständigen Angriffe eine erhebliche Belastung, und die Preise für Güter stiegen, da Händler ihre Waren als Ziel der Drohnenangriffe anzeigten. Es wurde dringend ein Waffenstillstand gefordert, um sichere Korridore für die Flucht der Menschen zu schaffen.