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Kultur

Druckkunst als Ausdruck: Manets und Van Goghs Einfluss auf die Reproduktionstechnik

Im Holburne Museum Bath wurde die Wiederbelebung der Druckgrafik thematisiert

Eine Ausstellung im Holburne Museum in Bath beleuchtete die subtilen Druckfertigkeiten von Künstlern wie Édouard Manet, Vincent van Gogh und Paul Gauguin. Mehr als fünfzig Drucke, die hauptsächlich von Impressionisten, Postimpressionisten und Kubisten geschaffen wurden, standen zur Schau. Die Idee der Ausstellung, genannt „Beyond Impressionism“, zielte darauf ab, darzulegen, wie Künstler, die primär durch ihre Gemälde bekannt waren, die Druckgrafik wiederbelebten, welche sich bis Mitte des neunzehnten Jahrhunderts aus der Mode verlor.

Chris Stephens, der Direktor des Museums, betonte die Bedeutung dieser Entwicklung. Er erklärte, dass die Gemälde der Impressionisten zwar bekannt seien, man jedoch vergaße, dass dieselbe Generation und ihre Nachfolger die Druckgrafik radikal verändert hatten. Er wünschte sich, diesen wichtigen Moment des späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts anzuerkennen. Stephens fand die Inspiration für die Ausstellung bei Gauguins Holzschnitten auf der Frieze Masters internationalen Kunstmesse in London, da er deren unmittelbare Wirkung bewunderte.

Frühere Druckkünstler wie Rembrandt oder Goya wurden zwar gefeiert, doch Stephens sah, dass der Prozess im neunzehnten Jahrhundert stärker mit kommerziellen Reproduktionen berühmter Werke assoziiert wurde. Viele führende Maler der Zeit kehrten dem Medium der Druckgrafik zurück und erhöhten dessen Status als eigenständige Form künstlerischen Ausdrucks. Manet war beispielsweise ein wichtiger Mitglied der Société des Aquafortistes, die 1862 in Paris gegründet wurde, um das Etching als Medium auf Augenhöhe mit Malerei und Zeichnung zu fördern.

Die Ausstellung zeigte die kollaborative Natur der Druckgrafik, welche den Austausch von Ideen unter den zeitgenössischen Künstlern förderte. Die Besucher konnten Werke aus den 1850er Jahren bis in die 1930er Jahre betrachten, die aus öffentlichen Sammlungen stammten, darunter die Courtauld Gallery in London und die Ashmolean in Oxford. Einige Stücke wurden aus privaten Sammlungen entliehen und waren dem öffentlichen Blick selten zugänglich.

Besonders beeindruckt Stephens waren die Etchungen von James McNeill Whistler, welche Szenen der Themse in London und Venedig einfingen. Er lobte die Art und Weise, wie Whistler die weiche Schattierung nutzte, die man im Etching erzeugen konnte, da diese Wirkung dieselbe hatte wie der blaue, melancholische, nebelartige Effekt in seinen Gemälden. Besucher konnten zudem Van Goghs „Gärtner bei einem Apfelbaum“ sehen, eine Szene, die er während eines Besuchs in einem Altersheim beobachtet und skizziert hatte.

Die Ausstellung untersuchte, wie Fortschritte in der Lithografie die Produktion großer, farbenfroher Drucke ermöglichten, wie sie Henri de Toulouse-Lautrec zur Darstellung des Pariser Nachtlebens nutzte. Zudem präsentierte die Ausstellung eine Reihe von Pablo Picasso-Werken, darunter einen Druck von „Das sparsame Mahl“ und einige seiner Minotaur-Etchungen aus den 1930er Jahren. Picasso hatte das Medium vollständig angenommen, die Grenzen verschoben und den Rang der Drucke festigte. Stephens schloss mit der Feststellung, dass es wunderbar sei, die Wiederbelebung des Etchings von Whistlers venezianischen Nachtszenen bis zu Picassos Minotauren neben Gauguins seltenen Holzschnitten und Toulouse-Lautrecs Lithografien zu demonstrieren.

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