FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Wissenschaft

Dürre und Hitze: Was die Wüstenstädte über den Umgang mit Hitzetodesfällen lehren

Phoenix dient als Blaupause für globale Strategien gegen extreme Wetterereignisse

Ein brennender Sommer prägte weite Teile der Vereinigten Staaten und Europas. Wissenschaftler warnen, dass diese extremen Temperaturen zur neuen Normalität für diese Regionen wurden. In Frankreich verzeichnete das Land während der Rekordhitzewelle Ende Juni über zweitausend Todesfälle. In England und Wales schätzten Experten, dass über zweitausend sieben Personen durch hitzebedingte Ursachen seit Mai gestorben waren. Auch in den Vereinigten Staaten meldeten sich über das lange Ferienende vom 4. Juli mindestens 44 Todesfälle im Zusammenhang mit der extremen Wetterlage. Die steigenden Temperaturen stellten für viele Menschen einen Schock dar und erforderten eine Anpassung an eine neue Realität, da extreme Wetterereignisse durch den Klimawandel häufiger und intensiver wurden.

Jennifer Marlon, eine Forscherin an der Yale University, betonte die Gefahr der Nachtstunden. Sie erklärte, dass die Menschen nicht erkannten, dass es sich um eine andere Hitze handelte, da in vielen Fällen die Nachttemperaturen nicht absanken. Der menschliche Körper benötigte kühlere Nachtbedingungen, um sich von der Hitze des Tages zu erholen. Diese Erkenntnis unterstrich, dass die Bewältigung der Hitze nicht nur eine Frage der Tagestemperaturen war, sondern eine systemische Herausforderung.

In Phoenix, Arizona, suchten die Behörden jahrelang nach Lösungen zur Reduzierung von Hitzetodesfällen. Der Maricopa County, in dem Phoenix liegt, befand sich an vorderster Front des Kampfes um die Hitzesicherheit. Die Bemühungen des Countys, die Zahl der hitzebedingten Todesfälle zu senken, erwiesen sich in jüngster Zeit als erfolgreich. Nach einem Höhepunkt von 645 Todesfällen im Jahr 2023 sanken die Zahlen auf 405 im Jahr 2025, wobei Experten einen Teil des Rückgangs auf die politischen Änderungen zurückführten.

Ein zentraler Fokus lag auf der Erhöhung des Zugangs zu Klimaanlagen, da viele Todesfälle bei Menschen mit geringem Einkommen oder Obdachlosen auftraten. Die Behörden boten kontinuierlichen und offenen Zugang zu kühlen Räumen und erweiterten die Öffnungszeiten dieser Orte, sodass sie teilweise rund um die Uhr zugänglich waren. Zudem bot das Land Programme an, die berechtigten Einwohnern Reparaturen oder Ersatz ihrer Kühlsysteme ermöglichten.

Ladd Keith, Direktor der Initiative zur Hitzebeständigkeit an der University of Arizona, betonte die Notwendigkeit einer strukturellen Verantwortung. Er erklärte, dass es entscheidend sei, eine Person für die Hitze verantwortlich zu machen, da die Problematik sonst unbeachtet bliebe. Durch Koordination und Kommunikation konnten beispielsweise Kühlzentren in anderen Teilen der Vereinigten Staaten eingerichtet werden, die nicht an die sengende Hitze gewöhnt waren. Experten betonten, dass die Öffentlichkeit ein umfassendes Verständnis dafür entwickeln müsse, wie ernst die Hitze sei und dass sie keine vorübergehende Erscheinung darstellte.

Die Hitze warf Fragen über die zukünftige Planung auf. Keith warnte davor, auf die historische Hitze zu planen, sondern stattdessen für die Hitze der kommenden fünf bis zehn Jahre. Er mahnte, dass die Temperaturen weiter steigen würden und die Aufzeichnungen weltweit gebrochen würden. Es sei unerlässlich, dass Städte und Verwaltungsbehörden Hitze nicht nur als gesundheitliches, sondern auch als Infrastruktur- und Wirtschaftsproblem betrachteten. Die Menschen mussten verstehen, dass diese erdrückende Hitze andauern würde.

HitzeKlimawandelPhoenixGesundheit

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp