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Wirtschaft

Durian-Tsunami: Überangebot drückt Preise in Malaysia und Singapur

Fruchtmarkt überflutet; Bauern beklagten Qualitätseinbußen und Exportprobleme

Tage lang bildete eine lange Schlange um den Durian-Ninja-Stand in Tampines, einer belebten Gegend in Ost-Singapur. Die Kunden warteten geduldig auf die kostenlose Frucht, die der Verkäufer seit Mitte Juni täglich verteilte: zwei Durianen pro Kunde, was täglich etwa 600 Kilogramm umfasste. Diese Großzügigkeit resultierte aus einem Überangebot an Durianen, das durch eine ungewöhnlich reiche Ernte im Jahr 2026 verursacht wurde und die Preise dieser aromatischen Frucht in weiten Teilen Asiens drastisch senkte.

Die Situation betraf auch Malaysia und die angrenzenden Regionen, wo Durianen zu stark reduzierten Preisen verkauft oder sogar kostenlos verteilt wurden. Die Bauern beklagten jedoch den sogenannten „Durian-Tsunami“, der auf ein Jahrzehnt langes Boomjahr zurückzuführen war, in dem Malaysier Duriananbau betrieben, um den wachsenden chinesischen Bedarf zu bedienen. Viele Bäume, die damals zur Erzeugung von Durianen angepflanzt worden waren, begannen nun Früchte zu tragen, was zu einem Überangebot führte und die Marktpreise belastete.

Besonders die beliebte Musang King-Sorte, die in Raub angebaut wurde und von den Chinesen als „Hermès der Durianen“ bezeichnet wurde, erlebte einen Preisverfall. Letzten Dezember verkaufte ein Produzent seine Musang King-Durianen an Einzelhändler für durchschnittlich 13,50 Ringgit. Im aktuellen Monat konnte er sie nur noch zur Hälfte dieses Preisniveau anbieten. Andere Produzenten senkten ihre Preise um fast ein Drittel, um den Marktpreis zu drücken, was den Druck auf die Unternehmen erhöhte.

Ein weiterer Kritikpunkt betraf die Qualität der Ernte. Einige Bauern berichteten, dass die Früchte, die zu diesen niedrigen Preisen auf den Markt kamen, nicht für den Export geeignet seien. Sie bemängelten, dass die Qualität nicht konsistent sei, obwohl junge Bäume Früchte trugen. Dies galt auch für Premiumsorten wie Black Thorn, während die günstigsten „Kampung-Durianen“ noch keinen Namen besaßen. Die Bauern erlebten zusätzlich Schwierigkeiten durch unregelmäßige Wetterbedingungen, wie unerwartete Regenfälle oder starke Winde, welche die Bestäubung beeinflussten und die Ernte beeinträchtigten.

Aufgrund dieser Entwicklung reagierten die Behörden. Die Bundesbehörde für landwirtschaftliche Märkte von Malaysia setzte Notfallmaßnahmen ein, um die Einkommen kleinerer Bauern zu schützen, beispielsweise durch den Ankauf von Durianen zu einem Mindestpreis. Die Industrieorganisationen forderten stattdessen die Entwicklung einer nachhaltigen, hochwertigen Durianindustrie, die auf Qualität, Authentizität und Herkunft statt auf niedrige Preise setzte. Die Verkäufer in Singapur versuchten kreativ, mit den überfüllten Kisten umzugehen, während sie gleichzeitig versuchten, jüngere Konsumenten für die Vielfalt der Sorten zu gewinnen.

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