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Kultur

Welt-Schach-Führung in Turbulenzen: FIDE-Präsident Dvorkovich sah sich Sanktionen ausgesetzt

EU-Sanktionen führten zu einer politischen Krise im internationalen Schachverband

Die Welt des Schachspiels erlebte eine erhebliche Verwirrung, als Arkady Dvorkovich, Präsident des Internationalen Schachverbandes (FIDE), seine Position aufgrund der EU-Sanktionen verlor. Dvorkovich, ein ehemaliger Stellvertreter des Premierministers Russlands und Berater des Kremls, sah sich einem EU-Reiseverbot und dem Einfrieren seiner Vermögenswerte ausgesetzt. Die Europäische Union begründete seine Aufnahme auf der Sanktionsliste mit der öffentlichen Unterstützung der Krim-Annexion und der Bezeichnung besetzter ukrainischer Städte als „neue Territorien“ der russischen Föderation.

In einer Erklärung teilte Dvorkovich mit, er habe freiwillig die Ausübung seiner Befugnisse und Pflichten suspendiert, betonte jedoch gegenüber der BBC, dass er nicht zurückgetreten sei. Er bezeichnete die Sanktionsentscheidung als „rechtswidrig und ungerecht“ und erklärte, die Maßnahmen sollten ihn von der Führung und dem Dienst für die FIDE fernhalten. Die Ukraine feierte die Maßnahme als einen wichtigen Sieg. Die EU verwies zudem auf seine Mitgliedschaft im Vorstand der Schachföderation Russlands, welche Turniere in besetzten Gebieten der Ukraine organisierte.

Volodymyr Kovalchuk, erster Vizepräsident der ukrainischen Schachföderation, äußerte sich kritisch. Er erklärte, dass Personen, die den Sport im Interesse eines aggressiven Staates entwickeln, keinen Platz in hohen internationalen Positionen besäßen. Malcolm Pein, der Vertreter Englands bei der FIDE, beschrieb die Entwicklung als ein Erdbeben und einen massiven diplomatischen Sieg für die Ukraine. Er betonte, dass die Maßnahme den Einfluss Russlands in der Schachwelt signifikant reduzierte, eine Sphäre, die einst von der Sowjetunion und später Russland dominiert und als Instrument der Softpower seit dem Zweiten Weltkrieg genutzt worden war.

Es gab Anschuldigungen, dass Moskau eine „langsame Übernahme“ der FIDE vollzogen hatte, indem es interne Regeln veränderte und andere Regierungsvertreter unter Druck setzte, in Russlands Sinne abzustimmen. Dvorkovich wies diese Vorwürfe zurück und argumentierte, dass die Behauptungen über den „russischen Einfluss“ falsch seien und durch die Struktur der FIDE widerlegt würden. Die Organisation basierte in der Schweiz und umfasste Top-Funktionäre aus Indien, Norwegen, Lettland, den Vereinigten Staaten, Italien und Frankreich.

Dvorkovich hatte eine Wiederwahl als Leiter der FIDE im September angestrebt, doch seine Zukunft blieb ungewiss. Die Spekulationen über den möglichen Abgang einer der einflussreichsten und umstrittensten Figuren im internationalen Schach könnten eine neue Ära in der Führung des Spiels einläuten.

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