Der Online-Marktplatz eBay lehnte ein Übernahmeangebot von GameStop in Höhe von 55,5 Milliarden Dollar ab. Das Angebot, das auch 40,9 Milliarden Pfund umfasste, bezeichnete eBay als „unaufgefordert“ und weder glaubwürdig noch attraktiv. Analysten hatten die Ablehnung des Vorschlags erwartet, da GameStop deutlich kleiner als eBay war und Unsicherheiten bezüglich der Finanzierung der Transaktion bestanden. Trotz jüngster Schwierigkeiten erfuhr eBay, dass sein Umstrukturierungsplan Wirkung zeigte.
GameStop erlangte seine Bekanntheit als „Meme-Aktie“, bei der Privatanleger Anteile an unbeliebten Unternehmen erwarben, gegen die professionelle Investoren gesetzt hatten, was zu starken Schwankungen des Aktienkurses führte. In einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden von GameStop, Ryan Cohen, erklärte der Verwaltungsrat von eBay, dass das Unternehmen ein „starkes, widerstandsfähiges Geschäft“ sei. Als Begründung für die Ablehnung zitierte eBay die Auswirkungen des Vorschlags auf das langfristige Wachstum und die Rentabilität sowie die operativen Risiken und die Führungsstruktur einer möglichen Zusammenschlussgesellschaft.
Zudem nannte eBay die „Unternehmensführung von GameStop“ als einen der Faktoren, die vor der Ablehnung des Angebots berücksichtigt wurden. GameStop stellte bei seinem Angebot eine Zusage von TD Securities für etwa 20 Milliarden Dollar an Schulden zur Finanzierung der Übernahme bereit. Experten äußerten jedoch Bedenken. Die Analystin Sucharita Kodali von Forrester bemerkte damals, dass der Vorschlag nicht wie ein „großartig gutes Angebot“ klang, da er eBay mit der Schuldenlast von GameStop belasten würde.
Obwohl eBay in den Jahren zuvor unter verstärkter Konkurrenz durch Online-Verkäufer wie Amazon, Etsy und Temu litt, bestand die Überzeugung, dass die Strategie erfolgreich war. Der Nettogewinn von eBay stieg im Jahr 2025 auf 418,4 Millionen Dollar, was eine Verbesserung gegenüber den 131,3 Millionen Dollar des Vorjahres darstellte. GameStop bewertete sich zum Zeitpunkt des Angebots auf etwa ein Viertel des Online-Marktplatzes eBay und besaß rund 1.600 Geschäfte weltweit, hauptsächlich in den Vereinigten Staaten.