Ein Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Gesundheitsnotstand von internationaler Bedeutung erklärt. Die Bekämpfung dieser Epidemie gestaltete sich schwierig, da sie eine seltene Virusvariante betraf, für die kein Impfstoff existierte. Zudem traten die Fälle in einem Gebiet auf, das von Konflikten betroffen war, was die logistische Herausforderung erhöhte.
Ebola war eine seltene, aber tödliche Krankheit, verursacht durch ein Virus. Diese Viren infizierten normalerweise Tiere, typischerweise Fruchtfledermäuse, doch Ausbrüche bei Menschen begannen oft, wenn Personen mit infizierten Tieren in Kontakt kamen oder diese verarbeiteten. Die Symptome traten plötzlich auf und ähnelten einer Grippe: Fieber, Kopfschmerzen und Erschöpfung folgten. Mit fortschreitender Erkrankung entwickelten sich Erbrechen und Durchfall, was zum Organversagen führen konnte. Einige Patienten erlitten zudem innere und äußere Blutungen.
Der spezifische Ausbruch resultierte aus der Bundibugyo-Art des Ebola-Virus, die seit über einem Jahrzehnt nicht mehr beobachtet worden war. Diese seltenere Spezies hatte nur zwei frühere Ausbrüche verursacht, wobei etwa ein Drittel der Infizierten starb. Die fehlende spezifische Behandlung und der Mangel an zugelassenen Impfstoffen für Bundibugyo stellten große Schwierigkeiten dar. Obwohl experimentelle Impfstoffe in Entwicklung waren und Schutz durch andere Ebola-Arten möglich schien, existierten keine Medikamente, die gezielt gegen diese Virusvariante wirkten.
Ein zusätzliches Problem bestand in der Lage des Ausbruchs innerhalb einer Konfliktzone. Eine Viertelmillion Menschen verließen ihre Häuser und wanderten über poröse Grenzen in Nachbarländer ab. Die erste bekannte Infektion traten am 24. April bei einer Krankenschwester auf, weshalb die tatsächliche Größe des Ausbruchs unbekannt blieb. Die schnelle Verbreitung erfolgte teilweise durch Beerdigungszeremonien, wobei die betroffenen Gemeinschaften die Krankheit als „Hexerei“ oder „mystische Krankheit“ ansahen und daher Hilfe bei Pfarrerzentren suchten, anstatt Krankenhäuser aufzusuchen.
Die Fälle wurden zunächst in den Städten Mongwalu und Rwampara sowie in Bunia gemeldet. In Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu, wo etwa achthundertfünfzigtausend Einwohner lebten und die Stadt unter Aufstand leidete, wurde ein bestätigter Fall gemeldet. Die Reaktion bestand aus dem Einsatz von Gesundheitsteams mit Schutzausrüstung sowie der Präsenz der WHO und der medizinischen Hilfsorganisation Médecins Sans Frontières (MSF). Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, Abstand zu halten, Kontakt zu Toten oder Tieren zu vermeiden und Hygienevorschriften strikt einzuhalten.
Die Rebellen der AFC-M23 kontrollierten Goma und erklärten, sie hätten sofortige Reaktionsmechanismen aktiviert, um die Verbreitung des Ebola zu verhindern. Weder die Regierung noch die Rebellen äußerten eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Die Afrikanische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (Africa CDC) warnte vor einer hohen Gefahr der Verbreitung in Nachbarstaaten wie Uganda, Ruanda und Südsudan. Ruandische Behörden verstärkten die Kontrollen für Einreisende nach dem Fall in Goma.