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Wissenschaft

Ebola-Ursprung: Die Verstrickung von Mensch, Tier und Umwelt

Untersuchungen zur Bundibugyo-Virus-Herkunft beleuchten die Notwendigkeit des Ansatzes „Eine Gesundheit“

Während Virologen und Gesundheitsbehörden über den Ausbruch eines Virus aus den Anden auf einem Kreuzfahrtschiff spekulierten, brodelte das Bundibugyo-Virus in der Demokratischen Republik Kongo unter dem Radar. Dieses Pathogen, die Ursache des aktuellen Ebola-Ausbruchs, verursachte über 1.250 Fälle und mindestens 362 Todesfälle. Das Virus zeigte sich als ein furchtbares, hochmörtelndes Krankheitserreger. Seine Symptome traten plötzlich auf und umfassten Kopfschmerzen, Durchfall, Funktionsstörungen der Nieren und Leber sowie seltener innere und äußere Blutungen, weshalb es als „hämorrhagische Krankheit“ bezeichnet wurde. Zudem blieb die Ansteckungsfähigkeit nach dem Tod bestehen, sodass Angehörige bei der Bestattung exponiert wurden.

Die unmittelbare Priorität lag auf der Ressourcenverteilung zur Bekämpfung der Epidemie. Da noch kein gesichertes Impfstoff gegen das Virus existierte, mussten medizinisches Personal die Krankheitsausbreitung durch die Isolierung von Patienten und die Verfolgung von Kontaktpersonen verhindern. Erst nach der Eindämmung des Ausbruchs konnten die entscheidenden Fragen gestellt werden: Warum trat dieser Ausbruch auf? Und woher stammte die Krankheit? Diese Antworten waren unerlässlich, um zukünftige Epidemien zu verhindern oder abzumildern.

Das Virus war ein Verwandter des berüchtigten Zaire-Ebola-Virus, welches seit den 1970er Jahren sporadisch Ausbrüche in afrikanischen Regenwäldern verursachte und 2014 bis 2016 eine Pandemie in Westafrika entfachte. Obwohl Ebola-Viren auf Listen der Bioterror-Agenten hoch eingestuft wurden, wusste man wenig über diese Viren in der Wildnis. Das Marburg-Virus, ein weiter verwandtes hämorrhagisches Fiebervirus, persistierte in großen Fruchtfledermäusen. Dies führte zur begründeten, aber unbewiesenen Annahme, dass Fledermäuse die Wirte für die gesamte Ebola-Virusfamilie seien.

Fruchtfledermäuse waren weit verbreitete, zahlreiche und auffällige Tiere, die leicht als Quelle für jeden Ebola-Ausbruch verantwortlich gemacht wurden. Dennoch blieb der Beweis, dass Fledermäuse wirksame Inkubatoren des Zaire-Ebola-Virus waren, frustrierend unklar. Die Behauptung, Fledermäuse seien die Quelle des Bundibugyo-Virus, blieb reine Spekulation. Historisch waren die ersten menschlichen Fälle von Ebola-Ausbrüchen mit der Exposition gegenüber anderen Säugetierarten verbunden: Waldantilopen, Gorillas und Schimpansen. Experimentell infizierte Schweine konnten ansteckende Ebola-Viren ausscheiden und Primaten infizieren. Dies zeigte, dass Ebola-Viren einen vielfältigen Ansatz bei den Wirtstieren verfolgten. Es war zudem möglich, dass das Virus jahrelang in derselben Wirtstierart verborgen blieb, bevor es wieder aktiv wurde, was die langen Perioden erklärte, in denen Ebola-Viren spurlos verschwanden.

Die Frage, wie man die Übertragungsmuster des Bundibugyo-Virus im tropischen Wald bestimmte, stellte eine enorme Herausforderung dar. Man musste entscheiden, ob man Kaninchen, Affen oder Fruchtfledermäuse untersuchte und analysierte. Wenn die Krankheit selten war und Ausbrüche bei Menschen nach dem Austreten aus der Tierwelt auftraten, wie konnte man das Virus „mit der Hand“ einfangen? Diese Unsicherheiten machten das Verständnis der Krankheitsentstehung zu einem verschwommenen Bereich, ähnlich den Kontroversen um die Covid-19-Ursprünge.

Diese Verknüpfungen zwischen Mensch, Wildtier und Umwelt sind der Kern des sogenannten „Eine Gesundheit“-Ansatzes. Dieser Ansatz erkannte die Verbindungen und wie diese die Gesundheit aller drei Komponenten beeinflussten. Die Optimierung der Gesundheit für ein Element steigerte gleichzeitig die Gesundheit eines anderen. Dieses Prinzip galt nicht nur für das Bundibugyo-Virus, sondern konnte lokal angewandt werden, beispielsweise bei Hühnerfarmen oder der Untersuchung von Tuberkulose bei Wildschweinen und Kühen. Die aktuelle Epidemie bot die Möglichkeit, die Motivation zu finden, Maßnahmen zu ergreifen und zukünftige Epidemien zu verhindern.

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