Die Ebola-Epidemie in Bunia, Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, zog in den letzten Wochen neue Schrecken nach sich. Während die Gesundheitsministerien der DRK und Ugandas verkündeten Ausbrüche am 15. Mai, vermutete man, dass das Virus bereits wochenlang unentdeckt zirkuliert hatte. Die Situation führte zu 136 Todesfällen bei 676 bestätigten Fällen in der DRK bis zum 10. Juni. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte die Epidemie für einen öffentlichen Gesundheitsnotstand von internationaler Bedeutung. Das Virus, verursacht durch das seltene Bundibugyo-Virus, besaß weder Impfung noch zugelassene Behandlungsmethoden.
Die Seuche verbreitete sich rasch und betraf drei neue Gesundheitszonen in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri. Die vorherige Ebola-Ausbruch in Ituri, der von Juli 2018 bis Juni 2020 dauerte, hatte 3.470 Fälle und 2.287 Todesfälle verursacht und war die größte in der Nation sowie die zweitgrößte weltweit. Experten modellierten die aktuelle Lage und befürchteten, dass die Ausbreitung mehr Menschen betreffen würde als die größte bisher dokumentierte Epidemie in Westafrika.
Die wirtschaftlichen Folgen der Seuche nahmen in Bunia deutlich zu. Unternehmen mussten schließen, da die Angst vor der Ansteckung in Bereichen mit hohem Kontakt herrschte. Einzelpersonen, wie Sylvie Guilaine, verließen ihre Tätigkeit in der Bekleidungsbranche, da sie die Gefahr der Kontamination fürchteten. Auch Transportunternehmen erlitten erhebliche Verluste; Motorradfahrer sahen ihre Einnahmen drastisch sinken, da Passagiere die Nutzung der Fahrzeuge verweigerten. Die Bevölkerung forderte Schutzmaßnahmen, forderte aber gleichzeitig Unterstützung und Aufmerksamkeit.
Die medizinische Versorgung litt unter Engpässen. Das Personal kämpfte mit mangelnden grundlegenden Geräten zum Schutz vor dem Virus und zur Eindämmung der Verbreitung. Aufgrund von Hilfskürzungen und logistischen Problemen erreichten die DRK und Uganda nur ein Viertel der kritischen Versorgungsgüter für die nächsten drei Monate. Die internationale Rettungskommission warnte davor, dass grundlegende Schutzausrüstung innerhalb weniger Tage zur Neige gehen würde, insbesondere angesichts der Grenzschließungen mit Uganda und Ruanda.
Parallel zur gesundheitlichen Krise entstand eine Gefahr durch Desinformation. Einige Einwohner waren nicht überzeugt, dass die Epidemie real war, und glaubten an Gerüchte, dass die Seuche von Gesundheitsarbeitern zur Finanzierung geschaffen worden sei. Diese Fehlinformationen führten zu Misstrauen und Verfolgung. Mediziner mahnten zur öffentlichen Aufklärung und zur direkten Ansprache der Bevölkerung, um die Wahrheit über die Gefahr zu verbreiten und die notwendigen Schutzmaßnahmen zu gewährleisten.