Papua-Neuguinea stand vor ernsten Herausforderungen. Das El Niño-Wetterphänomen brachte Frost und anhaltende Trockenheit, welche die Ernten dezimierten und die Gefahr von Nahrungsmittelknappheit in den Hochlandregionen bedrohten. Familien in der ganzen Nation sahen sich mit erschöpften Ernten und der Bedrohung des Hungers konfrontiert, da die Wetterbedingungen die Grundlage für Nahrung und Einkommen von Tausenden von Haushalten zerstörten.
Die Auswirkungen des El Niño manifestierten sich in den letzten Wochen durch Dürrebedingungen, sinkende Wasserstände und Frost, welche die Ernährungssicherheit in den landwirtschaftlich produktivsten Gebieten des Landes gefährdeten. Gemäß Oxfam PNG stellte die Hilfsorganisation fest, dass Papua-Neuguinea das am stärksten von den Folgen des El Niño betroffene Land im Pazifik war. Die Hilfsorganisation berichtete, dass die Niederschläge fast ein Jahr lang unter dem Durchschnitt lagen und in Kombination mit Frost in den Hochlandgebieten sowie invasiven Schädlingen Ernten und Vieh zerstörten.
Oxfam PNG schätzte, dass bis zu drei Millionen Menschen landesweit betroffen waren, darunter eine prognostizierte Zahl von anderthalb Millionen Menschen in der Hochlandregion. Gemeinschaften, die stark von der Landwirtschaft abhängig waren, erlebten bereits schwere Nahrungsmittelengpässe. Einige berichteten, dass die Lebensmittelvorräte nur zwei bis drei Monate halten konnten. Die Organisation warnte davor, dass Haushalte, welche die Nahrungsaufnahme reduzieren und die Vielfalt einschränken mussten, einem erhöhten Risiko der Unterernährung ausgesetzt waren.
Die nationale Wetterdienst Papua-Neuguineas erklärte, dass das El Niño eine schwere Dürre und Frost verursachte, indem es Niederschläge von dem Land ablenkte und die Feuchtigkeitsgrade reduzierte. Das Fehlen von Wolken erlaubte es der Hitze, nachts schnell zu entweichen, wodurch die Temperaturen in den Hochlandgebieten unter den Gefrierpunkt fielen und Frost auslöste, der Kulturen schadete. Bauern berichteten von direkten Verlusten; beispielsweise verlor ein Kartoffelbauer in Tambul die Hälfte seiner Ernte durch Frost. Diese Ernte hätte unter normalen Bedingungen über Zehntausend Kronen generiert.
Die zunehmenden Bedingungen beeinträchtigten auch den Zugang zu sauberem Wasser. Viele Flüsse und Bäche trockneten aus, was die Gemeinschaften zwang, nach alternativen Wasserquellen zu suchen. Berichten zufolge reduzierten einige Schulen ihre Betriebszeiten aufgrund von Hitze und Wasserknappheit. Der Premierminister James Marape rief dazu auf, dass die Provinzen und Distrikte zur Vorbereitung auf eine außergewöhnliche und verlängerte Trockenzeit bereit seien. Er betonte: „Dies ist eine Zeit der Vorbereitung, nicht der Panik. Jede Provinz und jeder Distrikt musste seine gefährdeten Gebiete und seine Wasserquellen kennen und seine Menschen schützen und frühzeitig handeln.“