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Wirtschaft

Elektrische Ferrari-Modelle stießen Enthusiasten auf den Arm

Der erste Elektro-Ferrari löste heftige Debatten über Klang und Design aus

Die Einführung des ersten vollständig elektrischen Fahrzeugs des italienischen Herstellers, des Luce EV, stieß bei Kennern der Marke Ferrari auf heftigen Widerstand. Für leidenschaftliche Liebhaber galten die klassischen Kurven als Kunstwerke, und der Klang des Motors wurde mit der Musik von Verdi oder Puccini verglichen. Die Vorstellung des elektrischen Modells erschütterte die Fundamente der legendären Marke.

Der Präsident des Passione Rossa Ferrari Owners’ Club, Fabio Barone, äußerte sich kritisch. Er betonte zwar den Fortschritt der elektrischen Technologie, sah jedoch im Design eine totale Überraschung. Die fünfplätzige blaue Luce, die im Italienischen „leicht“ bedeutet, erregte breite Skepsis. Internetkommentatoren verglichen das Fahrzeug mit Modellen wie dem Nissan oder dem Fiat Multipla, dem als eines der hässlichsten Autos der Neunzigerjahre gefeierten Personenwagen. Einige verhöhnten es sogar als Staubsauger oder Gummi-Schuh.

Auch innerhalb der Unternehmensführung gab es Kritik. Matteo Salvini, der stellvertretende Premierminister und Verkehrsminister Italiens, fragte nach der Meinung des Gründers Enzo Ferrari. Luca Cordero di Montezemolo, der ehemalige CEO von Ferrari, schlug vor, das prangende Pferd-Emblem des Fahrzeugs zu entfernen. Barone stimmte ihm zu und beklagte den Mangel an akustischer Wirkung: „Wie kann man einen Ferrari ohne ein Geräusch haben?“, fragte er.

Ferrari reagierte auf die Kritik, indem es behauptete, den Klang sei authentisch, da er durch Sensoren neben den Achsen aufgezeichnet und wie eine E-Gitarre verstärkt wurde. Die Reaktion des Finanzmarktes war zunächst negativ: Die Aktien von Ferrari sanken in Mailand und den in den USA notierten Aktien fielen. Erst als der Vorstandsvorsitzende Benedetto Vigna die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Interesse potenzieller Käufer lenkte, erholte sich der Kurs. Vigna erklärte, dass die Firma Anerkennung für den „Mut und die Entschlossenheit“ erhielt, „was das Auto der Zukunft definieren sollte“.

Analysten äußerten jedoch vorsichtige Einschätzungen. Zuzanna Pusz der Schweizer Bank UBS prognostizierte eine „stabile zugrunde liegende Loyalität trotz gedämpfter Begeisterung für das Modell“. Michael Filatov der deutschen Bank Berenberg merkte an, dass die Stimmung der Kunden sich nach der persönlichen Besichtigung des Fahrzeugs verschob. Dennoch argumentierten die meisten Analysten, dass die Ablehnung für die Investitionsaussichten wenig Bedeutung besaß. Es wurde erwartet, dass Ferrari weniger als tausend Fahrzeuge produzierte und nur eine kleine Anzahl offener, wohlhabender Käufer benötigte.

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