Die Stadtverwaltung von Enfield zog sich vom neuen Städtebauprogramm der Regierung zurück. Dieser Schritt stellte einen bedeutenden Schlag für das Flaggschiff-Wohnungsbauvorhaben der Labour-Partei dar. Die Entscheidung der neuen, konservativ geführten Verwaltung bot einen ersten Test für die Planungsanpassungen von Rachel Reeves, welche darauf abzielten, den Einsatz von gerichtlichen Überprüfungen gegen neue Infrastruktur zu begrenzen.
Das Projekt, 21.000 Wohneinheiten auf Crews Hill und Chase Park am nördlichen Rand der Hauptstadt zu errichten, wurde im März für das Programm ausgewählt. Das Programm galt vom Ministerium für Wohnen, Gemeinden und lokale Regierungen als das ambitionierteste Wohnbauprojekt Englands seit einem halben Jahrhundert. Es galt als wichtiger Schritt, um Labour bei seinem Ziel, während dieser Parlamentsperiode 1,5 Millionen Wohneinheiten zu bauen, zu unterstützen.
Der Rückzug erfolgte nach erheblichem lokalen Widerstand gegen den Plan zur Errichtung von Wohnungen, Geschäften, Schulen und Dienstleistungen auf Grünstreifenland. Dieses Land befand sich in Besitz mehrerer Gartenbauzentren und familiengeführter Unternehmen. Die Enfield-Verwaltung, die zuvor von Labour geführt wurde, hatte bereits einen Plan zur Wohnungsbauentwicklung entworfen und unterstützte das neue Stadtentwicklungsvorhaben.
Labour verlor die Kontrolle über die Stadt in den Kommunalwahlen. Am Mittwochabend wurde der konservative Stadtrat Alessandro Georgiou zum Leiter der Minderheitsregierung der Partei gewählt. Die Konservativen versprachen während der Wahlkampagne, die neue Stadtentwicklung zu stoppen, sollte sie die Kontrolle übernehmen. Georgiou sandte dem Minister für Wohnen und Planung, Matthew Pennycook, einen Brief. In diesem Schreiben informierte er den Minister, dass die Verwaltung die Vorschläge zur Landentwicklung in Crews Hill und anderen Teilen des Grünstreifens nicht mehr unterstützte.
Georgiou erklärte gegenüber dem Ministerium für Wohnen und Gemeinden, dass die Verwaltung zusammenarbeiten würde, um neue Wohnungen und Arbeitsplätze in der Stadt zu realisieren. Er betonte jedoch, dass der Fokus auf Brachflächen und der Erneuerung des Stadtzentrums läge. Er erklärte: „Wir wurden mit einem klaren Auftrag gewählt, den Grünstreifen von Enfield zu schützen, und heute erfüllen wir dieses Versprechen, indem wir uns formell aus dem neuen Stadtentwicklungsprozess zurückziehen.“