Die Enhanced Games stellten einen neuen, hochumstrittenen Bereich im Leistungssport dar. Unter der sengenden Sonne Vegas beworbenen Werbetafeln prangten die Worte „Live Enhanced“, während ein Bariton die Einführung von Athleten wie dem britischen Schwimmer Ben Proud verkündete. Dieser Wettbewerb bot den Eliteathleten die Möglichkeit, leistungssteigernde Substanzen einzusetzen, um Weltrekorde in den Disziplinen Leichtathletik, Gewichtheben und Schwimmen zu brechen. Die Inauguralveranstaltung versprach eine Preisgeldbetrag von bis zu fünfundzwanzig Millionen Dollar, wobei Weltrekorde in bestimmten Disziplinen zusätzliche Bonuszahlungen von einer Million Dollar einbrachten.
Die zentralen Streitpunkte betrafen die erlaubten Mittel. Während die Teilnehmer leistungssteigernde Medikamente einsetzten, mussten diese legal sein und von der Bundesbehörde für Arzneimittel überwacht werden. Substanzen wie Testosteron und menschliches Wachstumshormon, welche von der Welt-Anti-Doping-Agentur verboten wurden, wurden hier nicht nur toleriert, sondern aktiv gefördert und zum Verkauf angeboten. Diese Praxis stieß bei Gesundheitsexperten auf scharfe Kritik, da Anabolika und Wachstumshormone neurologische und kardiovaskuläre Schäden verursachen konnten.
Die Organisatoren argumentierten, dass die Enhanced Games die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit erweiterten. Kritiker, insbesondere im olympischen Umfeld, sahen dies jedoch als einen Affront gegen die Grundprinzipien des wettkampforientierten Sports. Die US-Anti-Doping-Agentur betonte, dass Athleten keine Zwänge unterliegen sollten, um Spitzenleistungen zu erbringen. Sie forderten eine Reform des Systems, anstatt Doping zu verurteilen, und versicherten, dass die Integrität des Sports gewahrt bliebe.
Die Athleten selbst nahmen die Debatte auf. Einige, wie der Strongman Hafthor Bjornsson, sprachen offen über ihre Steroidnutzung, da diese im professionellen Strongman-Bereich akzeptiert war. Andere, wie der Sprinter Shania Collins, betonten, dass die Offenlegung der Dopingpraktiken ihre Integrität stärkte. Gleichzeitig warnte die britische Sportverwaltung vor den Konsequenzen, indem sie Ben Proud von einer erneuten Auswahl für das britische Olympische Team ausschloss, falls er an den Enhanced Games teilnahm.
Über die sportlichen Aspekte hinaus entstanden gesellschaftliche Bedenken. Die Verknüpfung des Wettbewerbs mit dem Verkauf von Leistungsförderungsmitteln sorgte für Besorgnis hinsichtlich der Normalisierung von Doping und den möglichen gesundheitlichen Folgen. Experten befürchteten, dass die Verharmlosung von Leistungssteigerung zu einem allgemeinen Trend führen würde, der die Gesundheit und die kulturellen Werte der Gesellschaft beeinträchtigte. Die Debatte zeigte, dass die Frage nach der ethischen Grenze im Sport weit über die Wettkampfstätte hinausging.