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Erdbeben erschütterten Venezuela: Deportierte Flüchtlinge verschwanden in der Katastrophe

Nach der Rückkehr in die Heimat trafen die Länder gleichzeitig eine verheerende Naturkatastrophe.

Die Vereinigten Staaten deportierten venezolanische Staatsbürger nach Venezuela. Stunden später trafen in dem Land zwei verheerende Erdbeben ein. Die Katastrophe forderte mindestens 2.200 Todesopfer, verletzte über 10.000 Menschen und hinterließ schätzungsweise 50.000 vermisste Personen. Die Ereignisse stellten eine beispiellose Belastung für die betroffenen Familien dar, die nach der Inhaftierung und der anschließenden Repatriierung in die Heimat verzweifelt nach Nachrichten suchten.

Abelardo Rincón, der Venezuela-Einheimische, hatte sechs Jahre in Georgia, den Vereinigten Staaten, gelebt. Er arbeitete in einem Autohändler und erwartete die Geburt seiner Tochter. Während er von amerikanischen Behörden in Haft gehalten wurde, warteten seine Eltern und seine schwangere Frau auf Neuigkeiten. Er wurde schließlich im letzten Monat auf einem Deportationsflug nach seiner Heimat zurückgeschickt, zusammen mit über 140 anderen Venezolanern.

Kurz nach der Ankunft in Venezuela und während er noch in Haft befand, rief Rincón seine Familie in Atlanta zurück. Gleichzeitig befanden sich die Deportierten in einem Hotel nahe der Küste. Nur wenige Stunden später erschütterten die twin Erdbeben das Land. Rincón und andere Mitreisende der Fluggruppe 164 gehörten zu den vermissten Personen. Die Familien der Betroffenen mussten sich mit der schnellen Abfolge von Verhaftung, Inhaftierung, Deportation, Repatriierung und dann der Naturkatastrophe auseinandersetzen.

Das Department of Homeland Security teilte mit, dass der Flug sicher in Venezuela angekommen sei und alle illegalen Migranten an Bord zurückgeschickt worden seien. Es blieb unklar, ob die Migranten wegen illegaler Grenzüberschreitungen oder anderer Gründe deportiert worden waren. Die venezolanische Regierung veröffentlichte zwar Zahlen für die Öffentlichkeit, doch die Informationen blieben angesichts der verheerenden nationalen Katastrophe stark begrenzt.

Viele Deportierte hatten bereits Kontakt zu ihren Angehörigen aufgenommen, um ihnen mitzuteilen, dass sie in Venezuela seien. Rincón’s Großvater suchte erfolglos nach seinem Enkel, Jose Rincón, und versuchte, die Ruinen des Hotels zu besichtigen, wo er und andere Deportierte untergebracht waren. Die Behörden blockierten den Zugang und gaben dem Großvater die Nachricht, dass am Ort „kein Leben“ vorhanden sei.

Ein weiterer Passagier, Anderson Daniel Salcedo, der in den USA lebte und Geld nach Hause schickte, wurde auf dem Flug 164 auf die Suche nach Angehörigen geschickt. Er fand seine Verwandten, doch sie erkannten, dass er unter Trümmern eingeschlossen war. Seine Großmutter berichtete, dass er 40 Stunden in der Grube verbracht hatte und keine Dokumente besaß, weshalb die Behörden ihn nicht erfassen konnten. Die Familie versuchte verzweifelt, Antworten zu finden, während andere Überlebende von dem Zusammenbruch des Hotels erschüttert wurden und in Trümmern auskamen.

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