Das Erdbeben traf die Hauptstadt Mexiko-Stadt im September 1985 mit voller Wucht und verursachte verheerende Schäden. Die Katastrophe führte zum Tod von mindestens 5.000 Menschen und hinterließ 30.000 Obdachlose, während große Teile der Stadt zerstört wurden. Die genaue Todeszahl blieb bis heute umstritten, wobei einige Schätzungen auf bis zu 40.000 Menschen stiegen.
Es entstanden sofort Forderungen, die Weltmeisterschaft entweder abzubbrechen oder in ein Nachbarland zu verlegen. Dennoch zeigte sich die Entschlossenheit der mexikanischen Regierung und der FIFA, das Turnier fortzusetzen. Dies geschah, weil die Fußballstadien, darunter das Estadio Azteca, intakt blieben. Die Organisationen sahen in der Fortsetzung des Wettbewerbs eine Möglichkeit, die Auswirkungen der Katastrophe zu überwinden.
Die Rettungsarbeiten erlebten eine erhebliche Behinderung. Fünfzigtausend Truppen, Polizei und Feuerwehr kämpften mit knappen Vorräten an Wasser und Medikamenten. Rund 250 Gebäude, hauptsächlich im Stadtzentrum gelegen, stürzten ein, und weitere fünfzig befanden sich in unmittelbarer Gefahr. Mehrere Krankenhäuser waren entweder schwer beschädigt oder zerstört, was die Lage für die Überlebenden verschärfte.
Zeugen beschrieben das Ereignis als einen „mächtigen Schlag aus der Hölle“, der Gebäude zum Einsturz brachte und Kinder in den Trümmern ihrer Schulen gefangen hielt. Die unmittelbare Reaktion auf das Erdbeben war von Chaos und Verzweiflung geprägt, wobei die Stadt für viele Überlebende wie ein Kriegsgebiet erschien.
Nach dem Turnier erfolgte eine politische Auseinandersetzung. Der mexikanische Präsident Miguel de la Madrid leitete eine Untersuchung ein, um die Beliebtheit seiner Regierung nach den lauten Protesten und Spottveranstaltungen während der Eröffnungszeremonien zu verbessern. Die Wut richtete sich gegen die Stadtverwaltung und die Organisatoren, deren Worte nicht mit dem Schicksal der vielen Obdachlosen übereinstimmten.
Die internationale Fußballorganisation FIFA erklärte, dass keine unmittelbaren Notfallmaßnahmen bezüglich der Turniervorbereitungen erforderlich seien. Dies basierte auf der Tatsache, dass keine der zwölf für das Turnier vorgesehenen Stadien durch das Erdbeben beschädigt worden war. Die Entscheidung, das Turnier fortzusetzen, zeigte somit die Priorität der Infrastruktur gegenüber den unmittelbaren Katastrophenfolgen.