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Welt

Erste Malaria-Behandlung für Säuglinge zugelassen: Ein wichtiger Fortschritt für die globale Gesundheit

Neue Medikamente ermöglichen Behandlung von Säuglingen und verändern den Kampf gegen die durch Mücken übertragene Krankheit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die erste Behandlung gegen Malaria für Säuglinge genehmigt, was als bedeutender Meilenstein für die öffentliche Gesundheit gilt. Diese Zulassung eröffnet die Möglichkeit einer breiten Anwendung weltweit und zielt darauf ab, die Behandlungslücke für die jüngsten Patienten zu schließen. In Teilen Afrikas stellen Malaria und die damit verbundenen Todesfälle eine erhebliche Bedrohung dar, insbesondere für Kinder unter sechs Monaten, die historisch keine sichere Behandlung erhielten.

Bisherige Therapien waren für Säuglinge ungeeignet, da sie auf ältere Kinder zugeschnitten waren. Diese Formulierungen bergen das Risiko von Dosierungsfehlern, Nebenwirkungen und Toxizität bei sehr kleinen Patienten. Das neue Medikament, Coartem Baby, wurde speziell für Säuglinge entwickelt und kann in Flüssigkeiten, einschließlich Muttermilch, gelöst werden, wobei es in einer nach Süßkirschen schmeckenden Form vorliegt.

Coartem Baby enthält zwei antimalarische Wirkstoffe und wurde von der multinationalen Pharmafirma Novartis sowie der Medicines for Malaria Venture (MMV) entwickelt. Durch die WHO-Präqualifizierung bestätigt das Produkt die Einhaltung internationaler Standards hinsichtlich Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit, was den öffentlichen Beschaffungsprozess in Ländern mit hohem Malaria-Risiko erleichtert.

Diese Entwicklung entkräftet die alte Annahme, dass Säuglinge immun gegen Malaria seien, da sie durch die Muttermilch eine Immunität erben. Die Forschung hat gezeigt, dass neuartige Behandlungen entscheidend sind, um die Versorgung von Neugeborenen und Kleinkindern zu verbessern, die bisher oft in der Behandlungslücke zurückblieben. Mediziner zeigen sich nun zuversichtlich, da eine maßgeschneiderte Therapie die Behandlungsmöglichkeiten signifikant erweitert.

Die Einführung der Behandlung wurde bereits in Ghana erfolgreich durchgeführt, wo Patienten mit Malaria, darunter ein achtmonatiges Baby, die erste Behandlung erhielten. Experten betonen, dass diese Innovation das Potenzial hat, das Leben von Millionen von Kindern in malariaendämischen Regionen zu verbessern und den globalen Gesundheitsstand zu stabilisieren.

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