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Pablo Escobars Hippos: Ein ungewöhnlicher Rettungsversuch in Indien

Billionärssohn bietet Auffangplatz für wilde Tiere an, während das Sanatorium um Kontroversen steht

Die Nachkommen der Hippos von Pablo Escobar stellen ein seltsames Problem in der Zoologie dar. Diese Pflanzenfresser, die ursprünglich von dem Drogenbaron für Unterhaltung in Kolumbien eingeführt wurden, wurden nach dessen Tod 1993 frei herumzulaufen gelassen. Die wachsende Population dieser wilden Tiere hat sich zu einer erheblichen Umweltbelastung entwickelt und steht angesichts ihrer Gefahr vor einer geplanten Massenbekämpfung durch die zuständigen Behörden.

Als mögliche Lösung für die Rettung der Tiere wurde ein unerwartetes Angebot gemacht: Anant Ambani, der Sohn des indischen Industriellen Mukesh Ambani, hat den Vorschlag wiederbelebt, die 80 Hippos in sein Tierreservat Vantara in Gujarat unterzubringen. Ambani betonte dabei die moralische Verpflichtung, diese fühlenden Lebewesen zu retten, sofern eine sichere und humane Lösung existiert. Das Sanatorium, das über 150.000 Tiere beherbergt, ist jedoch von erheblichen Kritikpunkten umgeben.

Vantara sieht sich mit Vorwürfen bezüglich der ethischen Beschaffung und der möglichen indirekten Beteiligung an illegalem Wildtierhandel konfrontiert. Kritiker bemängeln, dass das Reservat als bloßes Vorwand für eine „Prunk-Zoo“-Aktivität dient und der Öffentlichkeit keinen Zugang gewährt wird. Obwohl die Ambani-Familie und das Reservat diese Anschuldigungen zurückweisen und eine gerichtliche Untersuchung keine Verfehlungen ergeben hat, bleiben die Zweifel an der Legitimität des Betriebs bestehen.

Die logistischen Herausforderungen bei der Verlegung der Tiere sind immens, da die Tiere schwer sind und im Freien gehalten werden müssen. Ein ähnlicher Plan zur Umsiedlung von 60 Hippos war bereits im Jahr 2023 angedacht, scheiterte jedoch an den komplexen Genehmigungsverfahren und der Koordination mit internationalen Organisationen. Ambani hat nun direkt die kolumbianische Regierung ersucht, eine wissenschaftlich fundierte Umsiedlung zu ermöglichen.

Es wird geschätzt, dass die Translokation der Tiere eine erhebliche finanzielle Investition darstellen wird. Dennoch besteht die Hoffnung, dass Vantara die notwendige Expertise und Infrastruktur besitzt, um die Escobar-Hippos einen sicheren und dauerhaften Lebensraum zu bieten. Die Zukunft dieser einzigartigen Tiere hängt nun von der erfolgreichen Bewältigung dieser internationalen und logistischen Hürden ab.

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