Die Kulturministerin des Vereinigten Königreichs wies die Forderungen von Wes Streeting nach dem Wiedereintritt Großbritanniens in die Europäische Union als „seltsam“ ab. Diese Äußerungen erfolgten kurz nach Streetings Kommentar, wonach die Zukunft des Landes im europäischen Block lag. Lisa Nandy kritisierte den ehemaligen Kabinettskollegen, da seine Äußerungen eine Debatte wieder aufmachten, die bereits durch das Referendum über den Brexit vor zehn Jahren abgeschlossen worden war.
Nandy betonte, dass sie die Entscheidung des Premierministers, den Beitritt zur Union auszuschließen, unterstützte. Sie erklärte gegenüber der BBC, dass sie die Argumente von Streeting sorgfältig angehört hatte und eine starke Position zu diesem Thema besaß. Sie räumte ein, dass sie den Brexit als Fehler ansah und die daraus resultierenden Vereinbarungen für das Land problematisch seien. Dennoch verstand sie die plötzliche Fokussierung auf Europa nicht.
Sie erläuterte weiter, dass die Regierung bereits pragmatisch versuchte, den durch die mangelhaften Brexit-Vereinbarungen verursachten Schaden für die Lebensstandards der Bürger in Städten wie ihrer eigenen zu beheben. Sie versuchte, die zirkulären Argumente zu vermeiden, die das Land in die aktuelle Situation geführt hatten.
Streetings Äußerungen hatten die Beziehung Großbritanniens zur EU auf die politische Agenda gesetzt. Dies war besonders relevant für die bevorstehende Wahl in Makerfield und den bevorstehenden Führungsstreit innerhalb der Labour-Partei. Andy Burnham, der Bürgermeister von Greater Manchester, kündigte an, sich für die Parteiführung gegen Starmer zu stellen.
Burnham erklärte gegenüber ITV News, dass der Wiedereintritt in die EU kein Schwerpunkt seiner Wahlkampagne sei. Er betonte, dass das Land den Fokus auf die innenpolitischen Angelegenheiten legen müsse. Er äußerte, dass die langfristige Notwendigkeit eines solchen Schrittes zwar existiere, er jedoch in dieser Wahl nicht forderte.
Parallel dazu deutete Josh Simons, ein Mitglied der Labour-Abgeordneten, das Makerfield-Sitz für seinen Verbündeten Burnham aufgab, an, dass die Nationalisierung von Versorgungsunternehmen ein wichtiger Teil seiner politischen Argumentation für die Wähler sei. Er betonte, dass die Kosten für Energie, Wasser und Sozialwohnungen stark gestiegen seien, und dass die Privatisierung dieser Bereiche zu den hohen Rechnungen führte.
Die Verbündeten von Starmer äußerten jedoch die Hoffnung, dass der Premierminister bei einem Führungsstreit kandidieren würde. Nandy bestätigte, dass Starmer signalisiert hatte, dass er bereit sei, sich für einen Kampf einzusetzen, obwohl sie ihn in dieser Hinsicht nicht persönlich kontaktiert hatte.