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Wirtschaft

EU bietet dem Vereinigten Königreich Zugeständnis im Agrarabkommen an

Schlüsselkompromiss bei Handelsgesprächen über Lebensmittel und Vieh

Brüssel bereitet dem britischen Premierminister Keir Starmer einen wichtigen Zugeständnis bei den Verhandlungen über ein neues Agrarabkommen an. Die europäischen Beamten gaben zu, dass das Vereinigte Königreich sein Verbot für den Export lebender Tiere im Rahmen eines gemeinsamen Abkommens über Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte beibehalten könne. Dieser Kompromiss stellte einen bedeutenden Fortschritt in den Bemühungen Starmer dar, die Beziehungen zur Europäischen Union zu vertiefen.

Die Möglichkeit, das Verbot für den Export lebender Tiere zu behalten, resultierte aus einem Rahmenabkommen, das beide Seiten im Mai unterzeichneten. Dieses Abkommen erlaubte dem Vereinigten Königreich eine Ausnahme von EU-Regulierungen, sofern die britischen Vorschriften strenger waren als die der Union. Die europäischen Vertreter erklärten, dass dieses Verbot nur auf britische Landwirte anwendbar sei und somit die Landwirtschaft in der EU nicht negativ beeinflussen würde.

Ein britischer Beamter äußerte sich zu dem Agrardeal mit Zuversicht und glaubte, dass dies kein Problem werde, obwohl die Verhandlungen fortgesetzt wurden. Die Europäische Kommission kommentierte die Gespräche währenddessen nicht. Dennoch deutete eine Quelle aus Brüssel an, dass die Ausnahme für den Export von lebenden Tieren eine wesentliche Entlastung für die britische Position darstellte. Dies war ein wichtiger Punkt für Starmer, der das Agrarabkommen als eines von drei zentralen Elementen eines neuen EU-Abkommens sah.

Die Debatte um den Export lebender Tiere, wie Rinder, Schafe und Schweine, stand im Zentrum der Verhandlungen. Während die EU der größte Exporteur von lebenden Nutztieren weltweit war, argumentierten Tierschutzorganisationen, dass diese Praxis zu Überbelegung, Erschöpfung und Stress führte. Experten betonten, dass ein expliziter Ausnahmepunkt im sanitär-phytosanitären Abkommen notwendig sei, um den Schutz des Verbots zu gewährleisten.

Im Zuge der Verhandlungen musste das Vereinigte Königreich auch auf andere Tierschutzbestimmungen verzichten. Es wurde bekannt, dass die EU die Umsetzung von Ministerienverpflichtungen zum Verbot des Imports von Foie Gras und das Verbot von Pelzimporten blockieren würde. Die Umweltsekretärin verteidigte diese Kompromisse als notwendig, um die Handelshemmnisse an den Grenzen abzubauen. Das Ziel sei es gewesen, die allgemeinen Handelsbarrieren zu senken und ein umfassendes Abkommen zu erzielen, das den britischen Wirtschaften einen Wert von bis zu 5,1 Milliarden Pfund versprach.

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