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EU-Grenzkontrollen in Dover ausgesetzt: Reisende litten unter Verzögerungen und Hitze

Temporäre Lockerung der Verfahren wegen Spitzenlast und Hitzewarnungen

Die französischen Behörden setzten die zusätzlichen EU-Grenzprüfungen am Hafen von Dover vorübergehend aus. Tausende von Urlaubern erlebten lange Wartezeiten, da die Hitze die Situation zusätzlich verschärfte. An der Anlegestelle in Kent meldeten die Reisenden Wartezeiten von über zwei Stunden für die Fähre nach Frankreich.

systeme zur Ein- und Ausreise der Europäischen Union, das System EES, welches die Passstempel durch eine digitale Registrierung ersetzte, war letzten Monat vollständig in Betrieb genommen worden. Der Hafen von Dover bezeichnete den Samstag als die „erste Spitzenperiode“ seit der Einführung dieser neuen Verfahren. Die Situation wurde als „herausfordernd“ beschrieben.

Der Hafen gab bekannt, dass die Polizeibehörde der Außengrenzen (PAF) positiv reagiert hatte, indem sie Artikel 9 der EES-Verordnungen anrief. Dies erlaubte eine vorübergehende Lockerung der Kontrollen. Obwohl die üblichen Grenzkontrollen weiterhin durchgeführt wurden, ermöglichte dies der PAF eine signifikante Reduzierung der Bearbeitungszeit. Der Hafen versprach, mit den Partnern zusammenzuarbeiten, um die Passagiere so schnell wie möglich durch den Hafen zu bringen und die Straßen für die lokale Bevölkerung freizuhalten.

Die Temperaturen erreichten an diesem Samstag in Teilen Englands bis zu 29 Grad Celsius. Bilder aus Dover zeigten lange Schlangen von Fahrzeugen am überlasteten Terminal, dem Abfahrtsort der Fähren nach Calais in Nordfrankreich, einer beliebten Route für britische Touristen, insbesondere zu Beginn der Schulferien in England und Wales.

EasyJet forderte EU-Länder, insbesondere Spanien, die neuen Regeln aufzugeben. Die Fluggesellschaft argumentierte, dass die zusätzlichen Kontrollen die Reisenden abschrecken würden. Das EES wurde von EU-Ländern sowie von Ländern des Schengen-Freizügigkeitsbereichs, darunter die Schweiz, Norwegen und Island, genutzt. Nicht-EU-Passagiere und einige Transportanbieter äußerten Bedenken hinsichtlich des Systems, insbesondere in Großbritannien, welches 2020 nach dem Brexit die EU verließ.

Die Europäische Kommission erklärte, das System sei konzipiert worden, um die Grenzen der Union sicherer, effizienter und stärker gegen irreguläre Migration zu gestalten. Das Wetteramt gab orangefarbene Hitzewarnungen heraus, welche ein mögliches Risiko für Leben sowie Schäden an Eigentum, erhebliche Reiseverzögerungen und Stromausfälle anzeigten. Die britische Insel erlebte am langen Wochenende einen Rekordtag für die Hitze im Mai, mit Temperaturen, die die 33 Grad Celsius überschritten. Das Wetteramt warnte vor möglichen Auswirkungen auf die Infrastruktur und die Mobilität der Bevölkerung.

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