Fluggesellschaften und Flughäfen forderten die Aussetzung des neuen EU-biometrischen Grenzkontrollsystems während der Hauptferienzeit. Sie argumentierten, dass einige Flüge nur halb gefüllt waren und Passagiere in Warteschlangen von bis zu fünf Stunden verharrten. In einem Schreiben an die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen ersuchten die Akteure eine Option zur temporären Unterbrechung der Kontrollen, da die Lage während der geschäftigen Sommersaison deutlich eskalieren würde.
Die Branchenverbände ACI Europe, Airlines 4 Europe und die Internationale Luftverkehrsassoziation erklärten, dass ein kritischer Punkt erreicht worden war. Sie berichteten, dass Passagiere bereits außerhalb der Terminalgebäude und auf exponierten Vorfeldern warten mussten, weil die Grenzkontrolleinrichtungen die Ankünfte nicht schnell genug bearbeiten konnten. Fluggesellschaften sahen sich mit halbleeren Flugzeugen an der Gate-Schließzeit konfrontiert, während Passagiere in den Kontrollschlangen gefangen blieben.
Einige Fluggesellschaften mussten den Abflug verzögern, um auf Passagiere zu warten. Die Verbände betonten, dass die Warteschlangen zu Spitzenzeiten fünf Stunden erreichten und andere Unternehmen gezwungen waren, Passagiere zurückzulassen. Sie riefen die Kommission auf, den Flughäfen die Möglichkeit zu geben, Kontrollen vollständig auszusetzen, sobald die Passagierzahlen die Betriebskapazität der Grenzbehörden überschritten. Dies sollte insbesondere im Juli und August geschehen.
Die Verbände warnten davor, dass die Grenzbehörden, Flughäfen und Fluggesellschaften unter nicht tragbaren Druck standen. Sie verlangten eine sofortige Intervention, bevor die Situation während der Hauptreisezeit weiter verschlechterte. Das System, welches schrittweise seit Oktober eingeführt wurde, erforderte die Registrierung von Nicht-EU-Bürgern mit Fingerabdrücken und Fotos am Zielort.
Die Einführung des Systems sah sich erheblichen Problemen gegenüber. Griechenland suspendierte beispielsweise die biometrischen Kontrollen für britische Reisende bis September, um eine Sommerstörung zu verhindern. Auch die französischen Behörden setzten die zusätzlichen Kontrollen am Hafen von Dover vorübergehend aus. Die Branchenverbände bemerkten, dass internationale Reisende aufgrund der Aussicht auf übermäßige Grenzverzögerungen Reisen nach Europa überdachten. Dies untergrub den Ruf Europas, den europäischen Tourismus und die Vernetzung. Der Ruf der Europäischen Union und das Vertrauen in den regulatorischen Rahmen standen auf dem Spiel.
Obwohl die Regeln eine gewisse Flexibilität bei der Umgehung bestimmter Kontrollen erlaubten, bildeten die übermäßigen Warteschlangen weiterhin. Es wurde gefordert, dass Flexibilität auch ab September fortgesetzt werden dürfe, bis die Regelungen zur Flexibilität schrittweise abgeschafft wurden. Die Verbände mahnten die Kommission und die Mitgliedstaaten, die Realität der aktuellen Lage und der zukünftigen Belastung des Luftverkehrssystems zu prüfen. Die Möglichkeit zur Aussetzung der Grenzkontrollen wurde benötigt, bis ausreichend Personal zur Funktionsfähigkeit des Systems vorhanden war und die automatisierten Kioske zuverlässig arbeiteten.