Der Chef des Berliner Flughafens äußerte die Situation anhaltend unhaltbar. Nicht-EU-Bürger, die in die deutsche Hauptstadt reisten, mussten sich unter dem neuen digitalen Grenzsystem für bis zu zwei Stunden in Warteschlangen stellen. Diese Entwicklung, so die Sprecherin, sei über den Sommer hinweg nicht tragbar gewesen.
Das neue System zur Ein- und Ausreise der Europäischen Union (EES) verlangte von Reisenden aus Drittstaaten die Registrierung biometrischer Daten bei der Einreise in die meisten europäischen Länder. Diese Daten wurden bei der Ausreise überprüft. Trotz der Absicht, die Grenzkontrollen zu modernisieren und den Reiseverkehr zu erleichtern, zeigten die unterschiedlichen Subsysteme der Mitgliedstaaten eine erhebliche Komplexität, welche die reibungslose Bearbeitung an den Grenzen behinderte.
Technische Mängel verhinderten zudem die vollständige Funktionsfähigkeit des Systems. Am Hafen von Dover, wo französische Grenzkontrollen stattfanden, konnte die Technologie für die Kioske zur Erfassung von Fingerabdrücken und Fotos nicht aktiviert werden. Der Chef des Hafens äußerte die dringende Notwendigkeit, diese Probleme schnell zu beheben, da die kritische Sommerzeit nahte und keine ausreichenden Zusicherungen für eine sichere Zeitspanne vorlagen.
Passagiere erlebten die Schwierigkeiten direkt. Eine Frau berichtete von einer Verzögerung von etwa neunzig Minuten, nur um in Rom einzutreffen, und verpasste dadurch ihren Flug. Sie musste für einen Ersatzflug hohe Kosten tragen, welche von der Reiseversicherung nicht gedeckt wurden. Diese Erfahrungen führten zu der Feststellung, dass das System für einige Reisende eine erhebliche Belastung darstellte.
Fluggesellschaften äußerten ihre Besorgnis über die Inkonsistenz der Einführung des EES. Sie forderten die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, entschlossene Maßnahmen für den Notfall zu ergreifen und eine pragmatische Überprüfung des Zeitplans vorzunehmen. Eine Flughafen-Lobbygruppe warnte davor, dass die Wartezeiten bei den Grenzkontrollen in Spitzenzeiten auf bis zu fünf Stunden anstiegen und die Situation weiter eskalieren könnte.