Die Europäische Union reduzierte die Menge des zollfreien Stahls, die sie aus dem Ausland akzeptierte. Gleichzeitig vereinbarte sie höhere Importniveaus für über ein Dutzend Handelspartnern, darunter das Vereinigte Königreich. Diese Massnahmen zielten darauf ab, den Import billigen Chinaschmels in den Wirtschaftsraum zu dämpfen. Die Kommission stellte die praktischen Regelungen bereit, um sicherzustellen, dass die Stahlmassnahme ab dem ersten Tag wirksam wurde. Sie versprach den Marktteilnehmern klare und transparente Regeln für die Verteilung der Quoten.
Die neuen Schutzmassnahmen markierten die grösste Abweichung im Handel mit dem Vereinigten Königreich seit dem Brexit im Jahr 2020. Die Entscheidungen korrespondierten mit ähnlichen Schritten, die das Vereinigte Königreich zur Reduzierung ausländischer Importe und zur Stärkung der heimischen Industrie ankündigte. Ursprünglich planten die EU-Behörden, den zollfreien Import aus Nicht-EU-Ländern ab dem 1. Juli 2026 um 47 Prozent auf den Niveaus von 2024 zu senken und die Zölle für alle Importe ausserhalb dieser Quoten auf 50 Prozent zu verdoppeln.
Allerdings schloss die Union Abkommen mit zwölf spezifischen Ländern ab, mit denen sie bereits ein Freihandelsabkommen besass. Diese Länder durften im Durchschnitt zwischen 66 und 67 Prozent ihres historischen Handelsvolumens verkaufen. Die Zuteilungen der Quoten orientierten sich an den Handelsdaten der Jahre 2022 bis 2024, wie die EU-Beamte erklärten. Die Kategorien umfassten achtundzwanzig Produkte, von in der Automobilindustrie verwendem geschmiedetem Stahl bis hin zu Bewehrungsstahl für den Bau.
Die Länder, die bessere Konditionen erhielten, umfassten das Vereinigte Königreich, die Türkei, Indien, Südkorea, Indonesien, Ägypten, Brasilien, die Schweiz, Nordmazedonien, Südafrika, Argentinien, die Ukraine und Singapur. Die Stahlindustrie des Vereinigten Königreichs warnte bereits vor verheerenden Folgen des geplanten Quotensystems. Die neuen Regeln unterdrückten die Hoffnung auf eine strategische Stahlclub-Allianz zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich, welche zollfreier Handel und eine gemeinsame Strategie gegen China vorsah.
Die Behörden erklärten, dass sie ein System schaffen wollten, das Probleme für einige Länder löste, ohne andere zu belasten. Dennoch hofften sie weiterhin auf die Etablierung eines Stahlclubs mit den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich, um heimische Märkte vor Konkurrenten zu schützen, die den Regeln nicht folgten. Die Quoten konnten bei auftretenden Engpässen in den Lieferungen angepasst werden.