FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Politik

EU-Handelsabkommen könnte UK zur Einschränkung von Herbiziden zwingen

Debatte um Glyphosat und Gesundheitsrisiken treibt Verhandlungen zwischen Regierung und EU voran

Ein neues Handelsabkommen mit der Europäischen Union könnte die britische Regierung dazu veranlassen, den Einsatz des umstrittenen Herbizids Glyphosat auf landwirtschaftlichen Kulturen zu beschränken. Dieses breitspektrum-Herbizid wird häufig vor der Ernte auf Getreide und Hülsenfrüchte gesprüht, um diese zu trocknen und die Ernte zu erleichtern. Diese Praxis ist in der gesamten EU seit 2023 verboten worden, basierend auf Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen des Chemikalien auf die menschliche Gesundheit.

Behörden des britischen Umweltministeriums verhandeln derzeit mit ihren europäischen Kollegen über die Bedingungen eines sanitär-phytosanitären Abkommens. Ziel dieser Verhandlungen ist es, den Handel mit der EU einfacher, kostengünstiger und vorhersehbarer zu gestalten. Umweltorganisationen drängen darauf, dass die Gelegenheit genutzt wird, den prä-Ernteeinsatz von Glyphosat einzustellen. Sie argumentieren, dass dies die Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit und der natürlichen Umwelt mindern würde und gleichzeitig den näheren Handel mit europäischen Nachbarn fördern könnte.

Wissenschaftliche Gutachten und Experten warnen eindringlich vor den potenziellen Gefahren des Herbizids. Die Weltgesundheitsorganisation hat Glyphosat 2015 als „wahrscheinlich krebserregend für Menschen“ eingestuft, und Studien deuten darauf hin, dass Glyphosat genetische Schäden und hormonelle Störungen verursachen kann. Experten fordern daher, dass Regulierungsbehörden Glyphosat und verwandte Herbizide als gefährlich einstufen und deren Verwendung unverzüglich limitieren oder bei gesetzlicher Anordnung eliminieren müssen.

Trotz der regulatorischen Diskussion bleibt Glyphosat in der britischen Lebensmittelproduktion weit verbreitet, wobei in verschiedenen Getreidesorten Rückstände nachgewiesen wurden. Obwohl das Bewusstsein für die Risiken in der Bevölkerung gering ist, äußern viele Bürger große Besorgnis über die langfristige Exposition gegenüber chemischen Rückständen in Lebensmitteln. Die chemische Industrie versucht parallel, die Lizenz für den Einsatz des Herbizids zu erneuern, was die Debatte über die zukünftige Regulierung intensiviert.

GlyphosatEU-HandelAgrarpolitikUmweltschutz

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp