Die Europäische Union verbot den Kauf, die Einfuhr und die Übertragung von Gold aus dem Sudan. Diese Maßnahme erfolgte, weil der Handel mit Gold als wesentliche Finanzquelle für den Bürgerkrieg diente, der im April 2023 ausbrach. Der Konflikt zwischen der regulären Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) führte zu einer der schlimmsten humanitären Krisen der Welt und zwang über vierzehn Millionen Menschen zur Flucht aus ihren Heimatorten.
Sudan galt als einer der größten Goldproduzenten Afrikas. Seine riesigen Vorkommen wurden von Menschenrechtsorganisationen als entscheidende Einnahmequelle für beide Konfliktparteien betrachtet. Die RSF kontrollierten die meisten Goldfelder in Darfur und Kordofan, während die sudanesische Armee die Produktion in den nördlichen und östlichen Regionen überwachte. Das Gold trafikierte häufig über Nachbarländer wie Ägypten, Tschad und Libyen, bevor es in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten gelangte, einem wichtigen globalen Zentrum für die Raffinerie und den Handel von Gold.
Der EU-Rat erklärte in einer Stellungnahme, dass das Gold eine zentrale Einnahmequelle darstellte, welche den Konflikt in Sudan aufrechterhielt. Die Verbot und die damit verbundenen Beschränkungen dienten dem Ziel, die Ressourcen zu reduzieren, die den Verantwortlichen für die Fortführung der Gewalt zur Verfügung standen. Die Maßnahmen sollten die Finanzquellen des Konflikts eindämmen und den Druck auf jene erhöhen, die den Krieg befeuerten.
Zusätzlich zum Goldverbot verhängte die Union ein Exportverbot für Quecksilber und Cyanid, Chemikalien, welche für den Bergbau von Gold weit verbreitet waren. Diese restriktiven Schritte erweiterten ein bereits bestehendes Sanktionsregime, das Personen und Organisationen, die zur Eskalation des Konflikts beitrugen, ins Visier nahm. Experten warnten jedoch, dass Sanktionen allein den Handel nicht stoppen konnten, es sei denn, die großen internationalen Goldhandelszentren und die regionalen Transitrouten hätten ihre Durchsetzung gegen illegales sudanesisches Gold verschärft.
Internationale Druckmittel nahmen zu, um die Unterstützer des Konflikts zur Entschärfung aufzufordern. Hilfsorganisationen schätzten, dass über zwanzigacht Millionen Menschen in Sudan unter akuter Hungersnot litten. Die Situation unterstrich die Notwendigkeit einer umfassenderen internationalen Reaktion, um die Ursachen der Gewalt zu bekämpfen und die humanitäre Lage zu stabilisieren.