Die Europäische Kommission bestätigte, dass sie Pläne für ein Verbot sozialer Medien für Minderjährige unter dreizehn Jahren vorantrieb. Ursula von der Leyen erklärte am Mittwoch, dass soziale Netzwerke den Kindern ihre Kindheit entzogen und die großen Technologieplattformen die Sicherheit ihrer Produkte nachweisen müssten. Sie versprach einen Gesetzesentwurf für ein vollständiges Verbot sozialer Medien für jene unter dreizehn Jahren, während Jugendlichen im Alter von dreizehn bis fünfzehn Jahren unter elterlicher Aufsicht „Mini-Konten“ gestattet wurden, die zeitliche Beschränkungen für die Nutzung der Anwendungen enthielten.
Die Kommission veröffentlichte ihren Plan für soziale Medien am Donnerstag. Damit dieser Plan zum Gesetz werden konnte, musste er von dem Europäischen Parlament und den siebenundzwanzig Mitgliedstaaten der Europäischen Union angenommen werden. Von der Leyen versprach zudem, dass das „Digital Fairness Act“, welches in diesem Jahr dem Europäischen Parlament vorgelegt wurde, Merkmale wie suchtmäßiges Design bekämpfen würde, welches sie als schädlich für alle bezeichnete.
In ihrer Rede in Straßburg äußerte die Präsidentin der Kommission auch ihre Ansichten zur europäischen Sicherheit. Sie forderte eine eigene „Notfall-Sicherheitsprotokoll“ der Union, vergleichbar mit Artikel 4 des NATO-Vertrags, um auf hybride Angriffe reagieren zu können. Sie betonte, dass Europa einen eigenen Gegenplan für hybride Kriegsführung benötigte, um auf bestimmte Vorfälle zu reagieren, die unterhalb der bewaffneten Aggression lagen, jedoch die nationale Sicherheit bedrohten.
Die Europäer sahen sich zudem mit den wirtschaftlichen Grenzen ihrer Sanktionen gegen Russland konfrontiert. Nach zwanzigundeinhalb Maßnahmen fanden die Mitgliedstaaten es zunehmend schwierig, Sanktionen gegen die Kriegsmaschinerie des Kremls zu vereinbaren, da sie die Kosten für ihre eigenen Volkswirtschaften befürchteten. Von der Leyen thematisierte auch die Spaltung innerhalb Europas hinsichtlich der Beschränkung des Handels mit Israel und seinen Siedlungen im Westjordanland. Sie warnte davor, dass die Teilung Europas den Verlauf der Ereignisse nicht ändern könne.