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Wirtschaft

EU führte Zollgebühr auf kleine Sendungen ein, um chinesische Importe zu bremsen

Maßnahme soll den Handel mit Billigwaren und die Verdrängung lokaler Geschäfte eindämmen

Die Europäische Kommission kündigte an, eine Zollabgabe von drei Euro auf kleine Sendungen einzuführen. Diese Maßnahme zielte darauf ab, die Verdrängung der europäischen Innenstädte durch billige chinesische Importe zu verhindern. Die Kommission sah in der Einführung einer Steuer auf geringwertige Pakete eine Möglichkeit, den schnellen Anstieg der Importe aus China zu verlangsamen.

Bisher erlaubte die sogenannte „de minimis“-Regelung den Verbrauchern den Kauf von Waren im Wert von bis zu 150 Euro ohne Zollgebühren. Mit der neuen Regelung unterlagen Sendungen unter diesem Wert ab Mittwoch einer Zollgebühr von drei Euro. Beamte hofften, dass das Ende der de minimis-Ausnahme die Importströme aus China dämpfen würde.

Die Zahlen zeigten jedoch eine erhebliche Zunahme der geringwertigen Sendungen. Die Anzahl der solchen Pakete verdoppelte sich von 1,3 Milliarden im Jahr 2022 auf 5,9 Milliarden im Jahr 2025. Etwa neunzig Prozent dieser Sendungen stammten aus China. Online-Plattformen wie Shein und Temu setzten europäische Einzelhändler stark unter Druck.

Zusätzlich ergaben EU-Forschungen, dass ein erheblicher Teil der online importierten Produkte nicht den europäischen Gesetzen entsprach. Bei Kosmetika und Spielzeugen scheiterten sechzig Prozent der Importe den EU-Standards. Auch bei Nahrungsergänzungsmitteln und persönlicher Schutzausrüstung (wie Helme oder Stiefel) stellten sechzig Prozent der Produkte eine Gefahr dar. Die Behörden hatten bereits Temu mit einer Geldstrafe von 200 Millionen Euro belegt, weil es versäumt hatte, illegale und gefährliche Produkte zu unterbinden.

Die Einführung der Zollgebühr sollte den Verbrauchern dazu veranlassen, bei sehr geringwertigen Artikeln zweimal nachzudenken. Die Entfernung der Schwelle für zollfreie Sendungen sollte zudem einen abschreckenden Effekt für Nicht-EU-Händler haben, da diese für alle Pakete komplizierte Zollanmeldungen vornehmen mussten. Das Hauptziel der Maßnahme bestand darin, ein gleichwertiges Wettbewerbsniveau für europäische Kleinunternehmen und Einzelhändler wiederherzustellen.

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