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Wissenschaft

Hitze und Trockenheit: Europas Landschaft erlitt den Schlag

Satellitenbilder zeigten schrumpfende Gletscher und verbrannte Flächen nach anhaltenden Hitzewellen

Die Auswirkungen der extremen Temperaturen des Sommers auf Westeuropa zeigten sich nun aus der Luft. Nach aufeinanderfolgenden Hitzewellen seit Mai konnten Satellitenbilder die schrumpfenden Gletscher, die durch Waldbrände verbrannten Flächen und die aride, vertrockneten grünen Felder dokumentieren. Das Copernicus-Monitoring-System der Europäischen Union bestätigte, dass Westeuropa seine heißeste Periode von Juni bis Juli in Rekordzeit erlebte.

Die unmittelbare Ursache der Hitzewellen lagen in anhaltenden Hochdruckwettersystemen, welche klare, sonnige Himmel brachten und die Temperaturen steigen ließen. Dennoch verstärkte der Klimawandel, primär durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, die durchschnittlichen Temperaturen über Jahrzehnte ansteigen ließ und heiße Phasen wahrscheinlicher und intensiver machte. Diese Wetterextreme hinterließen tiefe Spuren in der gesamten kontinentalen Landschaft.

Flüsse erlebten drastische Niedrigwasserstände. Die Wasserstände des Donau, Europas zweitlängstem Fluss, sanken in mehreren Ländern über dreißig Jahre auf ihre niedrigsten Pegel. Dies führte zu ungewöhnlichen Funden am Flussbett, darunter die Knochen eines Mammuts in Bulgarien und ein versunkener Weltkriegs-U-Boot in Serbien. Zudem wurden Kernkraftwerke in Ungarn und Rumänien gezwungen, ihre Anlagen abzuschalten oder auf reduzierte Kapazitäten zu laufen, da das Flusswasser für die Kühlung nicht mehr zur Verfügung stand.

Auch die alpinen Gipfel entkamen der Hitze nicht. Messungen deuteten darauf hin, dass dieser Sommer einer der schlimmsten für das Schmelzen der alpinen Gletscher werden könnte, da bereits ein milder Winter zu weniger Schneebedeckung führte und eine ungewöhnlich frühe Hitzewelle das Schmelzen beschleunigte. Satellitenbilder zeigten beispielsweise, dass der vordere Teil des Rhon-Gletschers in der Schweiz seit dem Vorjahr um fünfzig Meter oder mehr zurückgewichen war. Glaziologen bemerkten, dass diese Entwicklung dramatische Folgen für die Zukunft der Alpen hätte.

Parallel dazu transformierten Waldbrände Teile Westeuropas. In Frankreich verbrannten über neunzigtausend Hektar Land, was das schlechteste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen darstellte. Ein Großbrand in der Gironde-Region verzehrte etwa vierzigtausend Hektar Fläche. Die Ursache lag in der extrem trockenen Vegetation, welche durch den Klimawandel ideal für Brände wurde. Der Normalisierte Differenzvegetationsindex (NDVI) zeigte eine deutliche Abnahme der Vegetation, was auf weit verbreiteten Wasserstress hinwies. Experten befürchteten, dass diese Situation die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion bedrohte, da die Bodenfeuchtigkeit in den am stärksten betroffenen Gebieten unter dem historischen Durchschnitt lag.

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