Europa erlebte eine dramatische Wetterverschiebung. Nach einer längeren Periode kühler Bedingungen erwartete man in den kommenden Tagen einen starken Temperaturwechsel, da wärmere Luft nach Norden in die westlichen und zentralen Teile des Kontinents drang. Eine große Hochdruckzone über dem Nordatlantik und eine langsam ziehende Tiefdruckgebiete über Südskandinavien zogen letzte Woche arktische Luft nach Süden, wodurch die Temperaturen über eine Woche hinweg 10 bis 15 Grad unter dem saisonalen Durchschnitt lagen.
Diese kühle Luft verursachte Frostnächte, die Landwirte und Gärtner betrafen. Insbesondere in Frankreich mussten Obstbauern Feuer entfachen, um ihre Weinberge vor den Temperaturen zu schützen. Solche weit verbreiteten und anhaltenden Kälteperioden wurden in den letzten Jahrzehnten seltener, da sich Europa schneller erwärmte als andere Kontinente infolge der Klimakrise.
Die kühle, instabile Luft kombinierte sich mit starker Mai-Sonne und löste weitreichende Gewitter aus. Zwischen dem 11. und 16. Mai verzeichneten die europäischen Regionen und umliegenden Gebiete etwa 750.000 Blitzschläge.
Serbien veröffentlichte Warnungen für starke Winde, starke Niederschläge und Hagel. Am Wochenende verlängerte sich ein Tiefdruckgebiet weiter im Nordwesten Europas, wodurch der nördliche Luftstrom abgeschnitten wurde und die Winde westeinwärts kippten.
Später in der Woche bildete sich ein großes Hochdruckgebiet über den westlichen Teilen des Kontinents, welches warme Luft aus Nordafrika ansaugte. Bis Freitag konnten die Temperaturen in Ländern wie Frankreich und England um 15 Grad höher steigen als eine Woche zuvor und erreichten in Spanien und Portugal die mittleren bis hohen Dreißiger Grad. Die Nachttemperaturen in diesen Regionen überschritten möglicherweise die Höchstwerte der vorigen Woche.
Parallel dazu entfalteten sich in den Vereinigten Staaten dramatische Temperaturkontraste. Im späten Frühling konnten solche Schwankungen besonders ausgeprägt sein. Im Nordwesten stiegen die Temperaturen letzte Woche auf etwa 30 Grad, während kalte Luft aus Kanada nach Süden strömte und mit Tiefdruckgebieten interagierte, um den zweiten Wintersturm des Monats in dieser Region zu erzeugen.
In höheren Gebirgsregionen Wyoming, Colorado und Utah warf man eine erhebliche Schneefallprognose auf, mit bis zu 46 Zentimetern möglichen Niederschlag auf dem höchsten Gelände. Winde von bis zu 60 Meilen pro Stunde konnten Schneestürme aufwirbeln und gefährliche Fahrbedingungen schaffen. Weiter südwestlich lösten böige Winde und persistent niedrige Luftfeuchtigkeit rote Warnungen aus, welche ein erhöhtes Risiko von Waldbränden signalisierten. Im Osten verstärkte der scharfe Kontrast zwischen kalter Luft und wärmeren, feuchteren Bedingungen im zentralen Teil der USA die Entwicklung weiterer Gewitter. Das Storm Prediction Center warnte zudem vor einer 15-prozentigen Tornadowahrscheinlichkeit für Montag in vier zentralen Staaten, die eine Region umfassten, in der fast 900.000 Menschen lebten.