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Politik

Europäische Führung verurteilte Israels tieferen Einmarsch in Libanon

Besetzung von Beaufort-Festung wirkte als dramatischer Wendepunkt im Konflikt

Europäische Staatsführer verurteilten den expandierenden Einmarsch Israels in den Libanon. Israel besiegte die mittelalterliche Beaufort-Festung und Premierminister Benjamin Netanjahu versprach, tiefer in das Land vorzudringen. Präsident Emmanuel Macron forderte ein Ende der Kämpfe und erklärte, dass nichts die derzeitige Eskalation im Süden des Libanon rechtfertigte. Die Außenminister der britischen und deutschen Staaten nannten ebenfalls die neue Operation verwerflich. Großbritannien forderte die Einhaltung des Waffenstillstands zwischen Israel und der Iran-unterstützten Gruppe Hisbollah. Die US-geförderte Waffenruhe, welche die Kämpfe zwischen beiden Seiten beenden sollte, wurde selten eingehalten.

Israel erklärte, es zielte auf die Hisbollah ab, welche eine starke politische Präsenz im Süden des Libanon besaß und Tausende von Raketen und Drohnen in Nordisrael schleuderte. Die Kampagne Israels zwang über eine Million Menschen zur Flucht aus ihren Wohnstätten, während 3.300 Menschen, darunter Dutzende von Kindern, starben. Der aktuelle Konflikt begann im März, nachdem die Hisbollah Raketen auf Israel abfeuerte, als Vergeltung für den israelisch-amerikanischen Mord an dem obersten Führer des Iran. Der libanesische Premierminister Nawaf Salam beschuldigte Israel am Samstag, eine Politik der totalen Zerstörung von Städten und Gemeinden umzusetzen.

Netanjahu bezeichnete die Eroberung der Beaufort-Festung als einen „dramatischen Wandel“ in der Kampagne gegen die Hisbollah. Die israelischen Streitkräfte nutzten die Festung, bekannt als Qalaat al-Shaqif, als Basis während ihrer vorherigen zwei Jahrzehnte langen Besatzung des südlichen Libanon, welche 2000 endete. Die Festung bot Ausblicke über den Libanon und in Nordisrael hinein und wurde im 12. Jahrhundert als Kreuzfahrerburg errichtet, später von Saladin, den Osmanen, die Franzosen und die Palästinensische Befreiungsorganisation besetzt.

Ein Video-Statement, das nach der militärischen Eroberung der Festung veröffentlicht wurde, erklärte Netanjahu: „Wir sind vereint, entschlossen und stärker als je zuvor. Meine Anweisung ist nun, unsere Kontrolle an Orten zu vertiefen und zu erweitern, die unter der Kontrolle der Hisbollah standen.“ Netanjahu betonte die historische Bedeutung der Festung, die die Streitkräfte erstmals 1982 erobert hatten, und nannte sie ein „Symbol eines heldenhaften Kampfes unserer Kämpfer“.

Experten hinterfragten jedoch die strategische Bedeutung der Eroberung und sahen darin lediglich einen PR-Schlag. Orna Mizrahi, eine ehemalige stellvertretende Direktorin im israelischen Sicherheitsrat, erklärte gegenüber der Associated Press, dass die Präsenz der Streitkräfte dort das Problem mit der Hisbollah nicht lösen würde. Sie betonte, dass man zwar durch Operationen Schaden anrichten konnte, parallel jedoch eine politische und diplomatische Lösung verfolgt werden müsse.

Gespräche zwischen hochrangigen Beamten aus Israel und Libanon begannen im April in Washington, der erste Austausch zwischen den Ländern seit über drei Jahrzehnten, da sie keine formellen diplomatischen Beziehungen pflegten. Diese Diskussionen sollten diese Woche fortgesetzt werden, doch die Hisbollah nahm nicht teil und erklärte, dass sie keine Ergebnisse akzeptieren würde. Israels jüngster Fortschritt und die anhaltende Gewalt im Libanon stellten zudem eine Herausforderung für die Bemühungen um einen dauerhaften Friedensvertrag zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran dar. Teheran bestand darauf, dass jede Vereinbarung zur Verlängerung des aktuellen Waffenstillstands mit Washington und zur Rückkehr der Schifffahrt in den Hormus-Strait auch ein Ende der Kämpfe im Libanon müsse beinhalten. Beobachter vermuteten, dass israelische Beamte und Militärkommandanten versuchten, der Hisbollah so viel Schaden wie möglich zuzufügen, bevor ein möglicher Deal neue Grenzen setzte oder die aktuelle Offensive stoppte.

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