Die europäischen Waldbrände zogen durch Frankreich und Spanien und zwangen über dreihunderttausend Menschen zur Evakuierung ihrer Wohnungen. Frankreich erlebte seine schlimmsten Brände seit zwei Jahrzehnten, während in Madrid die Behörden erklärten, die Flammen seien die schlimmsten, die die Region je erlebt hatte. Diese Katastrophe folgte einer sengenden Sommerperiode, in der die Temperaturen in vielen Regionen Europas über vierzig Grad Celsius stiegen.
In Frankreich betraf die Gironde, rund um Bordeaux, das am stärksten betroffene Gebiet, wo über zweihunderttausend Menschen aus ihren Häusern vertrieben wurden. Das Feuer verbreitete sich rasch und zerriss Wälder und Felder in der berühmten Weinregion Frankreichs. In weniger als vier Tagen verbrannten die Flammen sechzehnzig Quadratmeilen, eine Fläche, die ungefähr viermal so groß war wie Paris. Die Brandzone lag nur noch neun Meilen vom Süden von Bordeaux entfernt.
Die Brände bedrohten zudem sensible militärische und industrielle Anlagen, darunter Einrichtungen, die Ballistikraketen, Raketentriebwerke sowie die Verarbeitung gefährlicher Chemikalien betrieben. Satellitenbilder über der Gironde zeigten ausgedehnte Flächen verbrannter, verrußter Erde, während Rauch in die östliche Richtung zog. Die Brände wurden so extrem, dass sie eigene gigantische Feuerstürme erzeugten.
Solche seltenen Wetterereignisse bildeten sich, wenn die Hitze der Brände die Luft über dem Feuer schnell aufsteigen ließ und Rauch, Asche und Wasserdampf in die Atmosphäre trug. Als die Luft aufstieg, kühlte sie ab, und der Wasserdampf kondensierte zu einer Wolke. Wenn das Feuer stark genug war und die Atmosphäre instabil, konnte diese Wolke zu einem Kumulonimbus heranwachsen – die gleiche Art von Wolke, die mit Gewittern verbunden ist. Diese Wolken konnten Blitze erzeugen, die neue Brände auslösten, und sie brachten gelegentlich Hagel und Regen mit sich. Diese extremen und unvorhersehbaren Bedingungen machten die Eindämmung der Brände noch schwieriger.
Zur Bekämpfung der Flammen setzten die französischen Feuerwehrleute Flugzeuge ein, die mit Brandhemmung beladen waren. Ebenso nutzten sie Flugzeuge wie den Canadair, welche in zwölf Sekunden sechstausend Liter Wasser aus Seen oder dem Meer schöpfen und es direkt auf die Flammen werfen konnten. An gefährlichen Tagen patrouillierten diese Flugzeuge über Risikogebieten, bevor überhaupt ein Brand gemeldet wurde. Gleichzeitig nutzten Bulldozer, Gräber und mechanische Schaufeln in Lacanau, um Brandbrecher zu schaffen, die an einigen Stellen hundert Meter breit waren. Ein Brandbrecher entzog jegliche Vegetation, um die Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
Spanische Teams setzten ähnliche Techniken zur Bekämpfung ihrer Brände ein, die voraussichtlich die schlimmsten Brände des Landes seit zwei Jahrzehnten darstellten. Viele Menschen vor Ort fürchteten, dass die kommende Woche zu einer Verschärfung der Bedingungen führen würde, da hohe Drucksysteme trockene, ruhige und zunehmend heiße Temperaturen ankündigten.