Das Europäische Parlament erteilte die endgültige Zustimmung zur Umsetzung des Tarifabkommens mit Donald Trump. Die Abkommen wurden notwendig, da die Abnahme vor dem 4. Juli durch eine drohende Erhöhung der Zölle gefährdet war. Die Abgeordneten einigten sich auf die Genehmigung unter Berücksichtigung zweier Hauptvoraussetzungen.
Die erste Bedingung war eine „Auslaufklausel“, welche besagte, dass das Abkommen am 31. Dezember 2029 endete, es sei denn, es wurde verlängert. Die zweite Bedingung legte klare Bedingungen für die Zollsenkungen bei Produkten, die Stahl und Aluminium enthielten. Diese Zölle wurden unter nationalen Sicherheitsgesetzen verhängt, nicht unter dem Regime, das Trump im April einführte.
Im Rahmen des Abkommens verhängte die Vereinigten Staaten 15 Prozent auf die meisten EU-Exporte. Gleichzeitig senkte die EU die Einfuhrzölle auf bestimmte US-Waren, landwirtschaftliche Produkte sowie eine breite Palette von Meeresfrüchten auf null Prozent. Die formelle Annahme des Abkommens erwartete man bei einem Treffen der EU-Führer in Brüssel.
Die Genehmigung des Europäischen Parlaments erfolgte fast ein Jahr nach der ursprünglichen Vereinbarung, die auf dem Turnberry-Golfplatz in Schottland im Juli 2023 getroffen worden war. Dieser demokratische Prozess verwirrte die US-Administration, welche das Abkommen unmittelbar im vergangenen Sommer in Kraft setzte. Die Beziehungen zur EU verschlechterten sich jedoch, als die Vereinigten Staaten unter dem Deckmantel nationaler Sicherheitsbelange Zölle auf Produkte mit Stahl oder Aluminium verhängten, was von Brüssel wiederholt protestiert wurde.
Gemäß dem im Europäischen Parlament am Dienstag abgestimmten Text konnte die Europäische Kommission die Zollpräferenzen für US-Waren bis zum 31. Dezember 2026 aussetzen, falls die Vereinigten Staaten weiterhin Zölle auf Stahlderivaten verhängten. Die Kommission musste dem Parlament über diese Angelegenheit bis zum 1. Dezember Bericht erstatten. Zudem verlangte das Parlament von der Kommission eine Bewertung der Auswirkungen der Nullzolltarife auf US-Agrarprodukte und kleine und mittlere Unternehmen bis zum 30. Juni 2029, sechs Monate nach dem Ende von Trumps Präsidentschaftszeit.
Die Abgeordneten hatten den Ratifikationsprozess zweimal in diesem Jahr über den internationalen Handelsausschuss ausgesetzt. Dies geschah zunächst als Protest gegen Trumps Drohung mit höheren Zöllen im Januar und dann wegen seiner Androhung, Grönland zu übernehmen. Obwohl das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten die 15-prozentige Zollgebühr im Kern des Abkommens als illegal erklärte, beschloss die EU, das Abkommen beizubehalten, um Stabilität für Unternehmen und Industrie zu gewährleisten.