Die Europäische Rundfunkanstalt (EBU) änderte die Regeln für die Eurovision Song Contest für das Jahr 2027. Die neuen Bestimmungen verboten Sendern, deren Staat in einem bewaffneten Konflikt oder einer sensiblen geopolitischen Lage involviert war, die Veranstaltung zu veranstalten. Diese Anpassung erfolgte auf Grundlage von Rückmeldungen der teilnehmenden Sender, welche die Klarheit für Künstler und Produktionspersonal erhöhen sollten. Ziel der Revision war es, ein sicheres und einladendes Umfeld für alle Beteiligten zu schaffen und den Geist des Wettbewerbs zu wahren.
In jüngster Zeit erlebte die Veranstaltung Proteste wegen der Teilnahme Israels, einem Wettbewerber seit 1973. Fünf langjährige Teilnehmerstaaten – Spanien, die Niederlande, Irland, Island und Slowenien – boykottierten den Wettbewerb in Wien. Die Organisatoren lehnten es ab, Israel aufgrund seines Verhaltens im Krieg gegen Hamas in Gaza und der Gewalt gegen Palästinenser im Westjordanland auszuschließen. Es blieb unklar, ob oder wann die boykottierenden Länder dem Wettbewerb wieder beitraten. Israel beanspruchte den zweiten Platz bei der diesjährigen Veranstaltung.
Martin Green, Direktor des Eurovision Song Contest, erklärte, dass die jährliche Überprüfung der Regeln ein wichtiger Bestandteil der Sicherstellung der Fairness und Transparenz für alle Teilnehmer sei. Er betonte, dass die Änderungen darauf abzielten, allen Beteiligten mehr Klarheit zu verschaffen und Künstler zu schützen. Die EBU stellte klar, dass die Regeln die Integrität des Wettbewerbs bewahrten, während sie gleichzeitig die Sicherheit der Teilnehmer gewährleisteten.
In potenziell schwierigen Situationen außerhalb bewaffneter Konflikte würde ein unabhängiges Sicherheitsgremium den Gewinner beurteilen. Dieses Gremium half der EBU zu entscheiden, ob und in welcher Weise der Staat sicher Gastgeber werden konnte. Sollte der Gewinner als ungeeignet erachtet werden, identifizierte die EBU einen alternativen Sender, der alle Rechte, Pflichten und Haftungen für die Durchführung des Wettbewerbs übernahm. Diese Regelung stellte sicher, dass die Veranstaltung nicht aufgrund politischer Umstände gestoppt wurde.
Zusätzlich erhöhten die neuen Regelungen das Mindestalter für Künstler von sechzehn auf achtzehn Jahre. Die Organisatoren berichteten, dass die Zuschauerzahlen für die Eurovision Final 2026 weltweit auf 130 Millionen stiegen, verglichen mit 160 Millionen im Jahr 2025. Trotz der Einbußen durch die Boykotte plante die Veranstaltung eine Expansion. Es wurde angekündigt, dass ein eigenständiger Eurovision Song Contest in Bangkok stattfand. Zudem trat Kanada dem Wettbewerb bei und wurde somit der erste neue Teilnehmer seit Australien im Jahr 2015. Die Teilnahme beschränkte sich nicht auf geografische europäische Staaten, sondern öffnete sich allen Mitgliedern der EBU, zu denen Kanada kürzlich beitrat.