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Kultur

Everyman kämpfte um seine Magie: Warum die Luxuskinoserie scheiterte

Finanzprobleme, Konkurrenzdruck und eine neue Strategie für die Zukunft

Everyman, die Kette für luxuriöse Kinogänge, hatte einst durch ihre komfortablen Sitzgelegenheiten und ein Gourmetangebot, darunter Spezialitäten wie Béarnaise-Burger und Roséwein, großen Erfolg erzielt. Nach einer Umgestaltung des Kinogang-Erlebnisses fand die Kette eine nationale Präsenz mit neunundvierzig Standorten, sah sich jedoch nach einem Vierteljahrhundert mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert. Die Konkurrenz kopierte die erfolgreiche Formel, was zu einem massiven Rückgang des Aktienwerts führte und die finanzielle Lage der Kette stark belastete.

Die Situation verschärfte sich, als Everyman Anfang Dezember eine Gewinnwarnung herausgab. Dies veranlasste besorgte Investoren, einen Großteil des Marktwertes zu verwerfen. Kurz darauf gab der Finanzdirektor des Unternehmens bekannt, dass er seinen Dienst quittierte. Alex Scrimgeour, der zuvor den Restaurantbetrieb Côte leitete, trat als Vorstandsvorsitzender mit sofortiger Wirkung zurück. Analysten beurteilten seinen Abgang als ein Signal für eine notwendige Neuorientierung des Unternehmens.

Unter der Oberfläche sammelten sich jedoch tiefgreifende Probleme, die bereits seit der Corona-Pandemie bestanden. Der Aktienkurs sank in den letzten fünf Jahren um fast achtzig Prozent, während der Sektor mit Streiks von Schauspielern und Autoren sowie einem ungleichmäßigen Erfolg der Kinofilme kämpfte. Everyman verzeichnete über sechs Jahre hinweg Verluste von über 56 Millionen Pfund und erzielte seit 2019 keinen Gewinn. Die Unternehmensführung hatte die Probleme oft durch ständige Standorterweiterungen kaschiert, doch interne Bewertungen zeigten, dass einige Kinostände unterleistungten. Die Kette musste in den letzten drei Jahren über sechs Millionen Pfund an Abschreibungen verbuchen, da die zukünftigen Cashflows der Standorte den Buchwert der Vermögenswerte nicht mehr stützten.

Farah Golant, deren Erfahrung in der TV-Produktion und im Werbebereich lag, wurde als stellvertretende Vorstandsvorsitzende ernannt. Sie stoppte sofort das Expansionsprogramm und konzentrierte sich auf die Schuldentilgung. Investoren reagierten positiv, und der Aktienwert stieg seit Jahresbeginn um vierundzwanzig Prozent. Golant kündigte an, das kommende Jahr sei eine Zeit des „Neustarts zur Steigerung“ und sah große Möglichkeiten in der Neuausrichtung. Die Strategie umfasste die Optimierung der Essens- und Getränkeumsätze sowie die Neugestaltung des Mitgliederprogramms. Ein weiterer Fokus lag auf der Erschließung der Zielgruppe der jüngeren Generation, die reale Erlebnisse suchte.

Analysten sahen Potenzial in der Neuausrichtung. Golant argumentierte, dass die Fokussierung auf das Publikum und das Erlebnis im Zentrum der Wachstumsstrategie lag. Durch die Optimierung der Veranstaltungsplanung und die Gestaltung der Räumlichkeiten als „dritte Orte“ konnte Everyman seine Position stärken. Obwohl der Marktwert der Kette mit 32 Millionen Pfund vergleichbar mit dem Zeitpunkt der Börsennotierung im Jahr 2013 war, sah die Zukunft eine entscheidende Prüfung für die gesamte Kinobranche. Die Kette bewahrte jedoch eine starke Markenidentität, die als ein „Waitrose“ beschrieben wurde, und die Hoffnung bestand auf der Bewahrung dieser besonderen Erfahrung im städtischen Umfeld.

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