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Wissenschaft

Ewiges Eis verschwindet: Die Gletscher Papuas verlören ihre ewige Schneedecke

Klimawandel zerstört einzigartige Klimaregister und kulturelle Ankerpunkte

Die geschätzte „ewige Schneedecke“ auf dieser tropischen Insel stand vor dem vollständigen Verschwinden. Die Berge Papuas, die nahe dem Äquator lagen, besaßen über Jahrhunderte hinweg dauerhaften Schnee. Diese Gipfel boten Wissenschaftlern unzählige Einblicke in die Klimageschichte der Erde. Nun verlor diese Region, die sich nördlich von Australien befand, ihre einzigartige Eisschicht.

Vor einem Jahrhundert besaß die 300 Kilometer lange Sudirman-Kette permanente Eisbedeckung an ihren Hauptgipfeln. Heute verblieben nur noch kleine Gebiete um Puncak Jaya, auch bekannt als Carstensz-Pyramide, wo noch minimale Schneefelder existierten. Experten prognostizierten, dass diese verbliebenen Eisschichten innerhalb weniger Jahre vollständig verschwinden würden. Die Gletscherbedeckung um den Gipfel schrumpfte dramatisch: Im neunzehnten Jahrhundert erstreckte sich die Fläche über 1.900 Hektar, heute betrug sie nur noch etwa sechzehn Hektar. Fast alle Gletscher verschwanden somit innerhalb einer menschlichen Lebensspanne.

Glaziologische Forschung betonte die Einzigartigkeit dieser tropischen Gletscher. Sie lagen tausende Kilometer von anderen Eissystemen getrennt und bildeten das letzte verbliebene tropische Eis zwischen den Anden und dem Himalaya. Eisbohrkerne, die von den Hängen von Puncak Jaya entnommen wurden, bewahrten eine detaillierte Aufzeichnung der Klimageschichte. Diese Archive lieferten Informationen über atmosphärische Bedingungen und die Veränderungen der warmen Ozeanwasserzonen im tropischen Pazifik. Dieses wertvolle Archiv verlor seine Bedeutung, bevor die Wissenschaftler es vollständig studieren konnten.

Der Rückzug der Gletscher resultierte aus den globalen Erwärmungsprozessen, welche durch menschliche Aktivitäten ausgelöst wurden. Die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas führte zu einer Erwärmung der Atmosphäre. Steigende Temperaturen verlagerten den Gefrierpunkt höher in die Berge, sodass Niederschlag zunehmend als Regen statt als Schnee fiel. El Niño-Ereignisse beschleunigten diesen Prozess zusätzlich, während lokale Faktoren wie Wolkenbedeckung und die Gebirgslandschaft die Geschwindigkeit beeinflussten. Nur bei sehr hohen Höhenlagen und innerhalb eines engen klimatischen Bereichs konnte dauerhaftes Eis überleben.

Der Verlust der Gletscher bewies, dass die Erde über einen langen Zeitraum erwärmt wurde. Ihr Verschwinden entfernte nicht nur biologische Lebensräume, sondern auch Teile einer kulturell bedeutsamen Landschaft. Für viele indigene Völker bildeten die Berge einen spirituellen Anker. Die Moni-Völker betrachteten den Berg als Mbainggela, und die Amungme-Völker nannten die Kette Nemangkawi, den „Weißen Pfeil“. Diese Namen symbolisierten moralische Integrität und den richtigen Lebensweg.

Die Entwicklung von Bergbauprojekten und die Erschließung von Kupfer- und Goldvorkommen veränderten die Region tiefgreifend. Während diese Projekte Arbeitsplätze und wirtschaftliche Möglichkeiten schufen, verursachten sie auch Umweltzerstörung und soziale Konflikte. Lokale Gemeinschaften verloren Zugang zu ihren angestammten Ländereien, als die Bergbauaktivitäten expandierten. Wissenschaftler und Forscher setzten daher Drohnen und dreidimensionale Kartierungstechniken ein, um die verbliebenen Strukturen zu dokumentieren. Sie stellten fest, dass die eisbedeckte Fläche zwischen den frühen 2000er Jahren und 2025 um 95 Prozent zurückgegangen war. Die Gletscher dienten als unbestreitbare Indikatoren für den Klimawandel, und ihr Verschwinden signalisierte den Verlust wichtiger kultureller und ökologischer Grundlagen.

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