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Explodierender Raketeinsatz wirft Schatten auf Nasa-Mondpläne

Katastrophe bei Blue Origin gefährdet die Zeitpläne für eine Mondbasis

Der Aufprall einer Rakete, die in der Nacht über Florida das Kennedy Space Center erhellte, stellte die Zuverlässigkeit der Pläne von NASA in Frage. Die Explosion der New Glenn-Rakete von Blue Origin wirft nun ernsthafte Zweifel auf, ob das Unternehmen seine Zusagen bezüglich der Missionen zum Mond und dem Aufbau einer Mondbasis erfüllen konnte.

Die New Glenn-Rakete explodierte gegen 21:00 Uhr Ortszeit während eines routinemäßigen Tests ihrer Triebwerke. Das Ereignis verursachte erhebliche Schäden an der Infrastruktur, insbesondere am LC-36, der einzigen Anlage weltweit, die für den Start der New Glenn-Rakete gebaut wurde. Bis die Startrampe wieder aufgebaut und zertifiziert war, konnte Blue Origin ihre größte Rakete nicht fliegen. Experten prognostizierten, dass diese Reparatur Monate, nicht Wochen, in Anspruch nehmen würde.

Diese Rückschläge traten nur Tage nach der Ankündigung von NASA-Administrator Jared Isaacman auf, der die ersten drei Missionen für den Bau einer Mondbasis verkündete. Die erste Mondbasis, genannt Mondbasis 1, sollte mit dem robotischen Lander Blue Moon Mark 1 „Endurance“ gestartet werden, mit einer geplanten Mission nicht vor Herbst 2026. Dieser Lander sollte wissenschaftliche Nutzlasten zur Shackleton Connecting Ridge transportieren und die Präzisionslandungstechniken demonstrieren, die für zukünftige bemannte Landungen notwendig waren.

Die Abhängigkeit von der New Glenn-Rakete war dabei zentral. Die Lieferung der Mondrover, die für die Basis vorgesehen waren, war vertraglich an die New Glenn gebunden. Die Explosion stellte somit die gesamte zeitliche Planung für die Mondmissionen infrage. Zudem waren die Rover-Lieferungen mit einem Vertrag von bis zu 468 Millionen Dollar verbunden, der bis 2028 für die südliche Mondregion vorgesehen war.

Parallel dazu geriet das kommerzielle Geschäft von Amazon in Verzug. Die zerstörte Rakete sollte eine Ladung von 48 Satelliten für das Leo-Breitbandnetzwerk von Amazon liefern, welches als Herausforderer für Starlink von Elon Musk konzipiert war. Die Satelliten wurden stattdessen von SpaceX, der United Launch Alliance und Arianespace gestartet. Die Lücke zwischen Leo und Starlink, welches über zehntausend Satelliten in Umlauf befand, wurde zu einem ernsten kommerziellen Problem für Bezos’ Gruppe.

Die Auswirkungen erstreckten sich auf die gesamte Mars- und Mondplanung. Die nächste bemannte Mondmission, Artemis III, war für das nächste Jahr angesetzt und hing von der gleichen Raketenfamilie ab. Die Abhängigkeit von der New Glenn für den Lander-Test und die Rover-Lieferungen führte zu einer unaufhaltsamen Verzögerung. Währenddessen forcierte China seine eigenen Pläne, Astronauten bis 2030 auf den Mond zu bringen, was NASA wenig Spielraum ließ. Isaacman betonte, dass die Entwicklung neuer Schwerlast-Startkapazitäten außerordentlich schwierig sei. Die Verlässlichkeit der NASA-Mondprogramme stand somit ernsthaft auf dem Spiel.

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