Extreme hohe Temperaturen verdoppelt das Risiko, dass junge Menschen an psychischen Erkrankungen leiden. Eine australische Studie zeigte, dass Hitzeperioden die Wahrscheinlichkeit erhöhten, dass junge Menschen bis zum Alter von vierundzwanzig Jahren wegen psychischer Probleme in Krankenhäuser mussten. Die Analyse untersuchte 720.000 Krankenhausaufnahmen in New South Wales zwischen 2001 und 2022 und deutete darauf hin, dass die Klimakrise die bereits abnehmende psychische Gesundheit junger Menschen verschärfte.
Die Forscher stellten fest, dass die Gefahr einer Krankenhausaufnahme für psychische Erkrankungen in den warmen Monaten verdoppelt und in den kühleren Perioden verdreifacht wurde. Der Hauptautor der Forschung an der Universität Sydney erklärte, dass die Zunahme der Temperaturen signifikant zu einer Steigerung der Aufnahmen bei diesen jüngeren Bevölkerungsgruppen führte. Er betonte, dass die Kenntnis dieser Zusammenhänge notwendig sei, um Präventionsmaßnahmen zu ergreifen und der Gemeinschaft helfen zu können.
Die untersuchten Fälle umfassten schwere Erkrankungen wie Schizophrenie, Depressionen, Substanzmissbrauch, Essstörungen und Selbstverletzung. Die Forschung ergab, dass das Risiko einer Krankenhausaufnahme in den wärmeren Monaten von Oktober bis März verdoppelt und in den kühleren Monaten verdreifacht wurde, wenn die täglichen Durchschnittstemperaturen in den obersten einem Prozent der Tageswerte lagen.
Die Wissenschaftler suchten nicht nach den Ursachen für den Zusammenhang zwischen höheren Temperaturen und den erhöhten Aufnahmen, sondern erkannten mehrere mögliche Faktoren. Es gab Hinweise aus anderen Studien, dass höhere absolute Temperaturen direkt die Gehirnfunktion beeinflussen und dadurch Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hatten. Auch unerwartete Temperaturwechsel, wie sie im Winter auftraten, konnten die Art und Weise, wie Menschen mit Stress umgingen, sowie den Schlaf und die Stimmung verändern.
Eine Co-Autorin der Studie erklärte, dass die Daten wenig zeitlichen Abstand zwischen den Temperaturspitzen und den Krankenhausaufnahmen zeigten. Dies deutete darauf hin, dass die Hitze eine physiologische Reaktion auslöste. Sie betonte, dass es nicht um milde Symptome ging und dass die Klimaveränderung die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auf vielfältige Weise beeinträchtigte. Die Ergebnisse hatten wichtige praktische Implikationen für die Betreuung junger Menschen.
Ein weiterer Forscher wies darauf hin, dass junge Menschen während Perioden extremer Hitze Alkohol oder andere Substanzen zur Bewältigung von Unbehagen, Reizbarkeit oder Schlafstörungen einsetzen konnten. Er betonte, dass Schlafstörungen ein etablierter Risikofaktor für suizidale Gedanken und Selbstverletzungen bei Jugendlichen seien. Die aktuellen Gesundheitsrichtlinien konzentrierten sich oft auf physische Gesundheitsergebnisse, während diese Befunde nahelegten, dass die psychische Gesundheit bei der Planung extremer Temperaturen ebenfalls berücksichtigt werden müsse. Das Gesundheitssystem sollte psychologische Botschaften in Hitzewarnungen integrieren, um das Bewusstsein für die möglichen psychischen Auswirkungen der Hitze bei Kliniker und Familien zu schärfen.