Mehr als dreihundertfünfzig französische Städte verzeichneten ihre Höchsttemperaturen im Mai. Frankreich und das Vereinigte Königreich setzten nationale Hitzerekorde, was auf ein extremes frühes Sommerwetterereignis zurückzuführen war, das in Teilen Spaniens bis Ende der Woche Temperaturen von 40 Grad prognostizierte. Das britische Wetteramt meldete, dass der allzeit höchste Wert für den Mai mit 34,8 Grad in Kew Gardens in London gebrochen wurde.
Météo France berichtete am Montag über neue monatliche Höchstwerte bei 352 Wetterstationen in Westfrankreich, wobei die höchste Temperatur von 37,1 Grad nahe Hossegor im Südwesten des Departements Landes registriert wurde. Ein Klimawissenschaftler erklärte, dass dieses Ereignis beispiellos sei und eine Wahrscheinlichkeit von einer zu dieser Jahreszeit von nur einer zu tausend Ereignissen darstellte, was in der vorindustriellen Zeit nahezu unmöglich gewesen wäre.
Die nationalen Wetterbehörden erklärten, dass die Rekordtemperaturen durch eine Hitzedom verursacht wurden. Heiße Luft aus Marokko blieb unter einem Hochdruckgebiet gefangen, was darauf hindeutete, dass Europa solche Ereignisse „häufiger und früher und intensiver“ erleben würde. Modelle prognostizierten, dass die Sommerhitzewellen in Europa durch den Klimawandel zehnmal wahrscheinlicher seien als in der vorindustriellen Ära, und diese Entwicklung zeigte sich bereits im Mai.
Ein dritter Bericht betonte, dass diese Verlängerung der Hitzesaison charakteristisch für die Folgen des Klimawandels sei. Es wurde erwartet, dass ähnliche Hitzeereignisse auch im April und Oktober auftreten würden. Zudem wurden in 31 Metropolregionen Frankreichs hohe Temperaturalarme bis Dienstag verhängt, was die Bevölkerung aufforderte, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Die nationale Hitzewarnung wurde erstmals im Mai seit ihrer Einführung im Jahr 2004 aktiviert.
In Frankreich stiegen die Temperaturen lokal auf fast 36 Grad in mehreren Städten und erreichten am Dienstag 37 Grad. Die nationale Durchschnittstemperatur, gemessen an 30 Wetterstationen, erreichte in Paris einen Rekord von 24,4 Grad am Montag. Gleichzeitig erlebte Spanien eine Hitzeperiode, in der Temperaturen in südlichen Gebieten 38 Grad erreichten. Es wurde erwartet, dass in einigen Regionen der Guadiana, Guadalquivir und Ebro die Temperaturen bis zu 40 Grad erreichen konnten, wobei auch sogenannte „tropische Nächte“ mit Nachttemperaturen unter 20 Grad möglich seien.