Extreme Hitze brach in mehreren Ländern Mitteleuropas neue Temperaturrekorde. Die anhaltende extreme Wetterlage, die zu Waldbränden und Dürren auf dem gesamten Kontinent führte, trieb die Klimakrise weiter voran. Länder wie Slowakei, Österreich und Ungarn verzeichneten neue Höchstwerte. Die hydrometeorologische Behörde der Slowakei meldete beispielsweise einen neuen Höchstwert von 42 Grad Celsius in Dolné Plachtince.
In Polen mussten die Behörden die Kohlekraftwerke Kozienice und Połaniec schließen. Kritisch niedrige Wasserstände im Fluss Vistula begrenzten die Kühlwasserversorgung. Diese Unterbrechung entzog dem polnischen Energiesystem etwa 1,3 Gigawatt Leistung. Der polnische Premierminister Donald Tusk forderte daraufhin Arbeitgeber auf, ihre Mitarbeiter zu schützen und Kühlwasser sowie Klimaanlagen bereitzustellen.
In Deutschland demonstrierten Klimabewegungen vor dem Kanzleramt gegen das Fehlen staatlicher Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor der Hitze. Schätzungen des Robert Koch-Instituts ergaben, dass im Sommer rund 11.900 Menschen durch die Hitze starben. Eine Aktivistin aus Fridays for Future Berlin bezeichnete die Situation als Folge einer „völlig unverantwortlichen und extrem gefährlichen“ fossilen Brennstoffpolitik.
Die Brutalität der Hitze und die anhaltenden Dürrebedingungen wurden durch die eskalierende Klimakrise verstärkt. Experten warnten, dass diese Bedingungen enormen Druck auf lokale Bevölkerungsgruppen, kritische Infrastruktur und die Tierwelt in der gesamten Region ausübten. Umweltorganisationen betonten, dass Kraftwerke, die zum Klimawandel beitrugen, zunehmend zu Opfern wurden. Sie forderten eine Umstellung auf Wind- und Solarenergie, da diese Technologien weniger Wasser zur Stromerzeugung benötigten.
Die Hitze und die Trockenheit entzogen der Vegetation Feuchtigkeit und bereiteten weite Teile des Kontinents für Waldbrände vor. Seit Jahresbeginn verbrannten in der gesamten Europäischen Union etwa eine halbe Million Hektar, hauptsächlich in Spanien und Frankreich. In der Ukraine verbrannten weitere 292.000 Hektar. Die Schwere der Brandwetterbedingungen – die heißen, trockenen und windigen Zustände, welche die Bekämpfung von Bränden erschwerten – setzte neue Rekorde für die Jahreszeit in einigen Ländern. Eine Analyse des World Weather Attribution Konsortiums zeigte zudem, dass die globale Erwärmung das Wetter der letzten Monate in Spanien mindestens zwanzigmal wahrscheinlicher machte und in Frankreich doppelt so wahrscheinlich gestaltete.