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Politik

Familien von saudischen Gelehrten appellierten an Cambridge, Trainingsprogramme für die Verteidigungsministerien zu stoppen

Bedenken hinsichtlich akademischer Freiheit und Legitimation des Regimes

Die Familien zweier Gelehrter, die in Saudi-Arabien Todesstrafe riskierten, appellierten an die Universität Cambridge, Pläne zur Durchführung von Schulungen für Personal des Verteidigungsministeriums in Riad zu beenden. Die Angeklagten waren Hassan Farhan al-Maliki und Salman al-Odah, welche wegen verschiedener Vorwürfe verurteilt worden waren. Die Familie bat die Universität, jegliche Vereinbarung, die eine Partnerschaft dieser Art vorsah, abzulehnen.

Die Universität Cambridge hatte die Rechtsschule für Unternehmensführung autorisiert, Schulungen im Bereich der „Führungsentwicklung“ und des „Innovationsmanagements“ für das Personal des saudischen Verteidigungsministeriums anzubieten. Diese Autorisierung erfolgte trotz innerer Opposition innerhalb der Universität, die die Bilanz des Königreichs in Bezug auf Menschenrechte und akademische Freiheit kritisierte. Die Angehörigen der Gelehrten forderten die Universität auf, diesen Deal zu verhindern.

Die Briefe der Söhne der Verurteilten sprachen von der Notwendigkeit, sich als Familien zu äußern, die jahrelang beobachtet hatten, wie ihre Angehörigen für die Ausübung der Freiheiten litten, die die Universität schützen sollte. Sie befürchteten, dass eine solche Partnerschaft die falsche Erzählung von Mohammed bin Salmans Reformen legitimieren würde, obwohl Beweise für fortgesetzte Menschenrechtsverletzungen existierten. Die saudischen Behörden führten im vergangenen Jahr mindestens dreihundertfünfundsechzig Personen aus.

Internationale Menschenrechtsorganisationen forderten die Todesstrafe für die islamischen Gelehrten und Autoren Hassan Farhan al-Maliki und Salman al-Odah wegen „einer Reihe vage formulierter Anklagen“. Die Söhne der Verurteilten betonten, dass die Freiheit der Meinungsäußerung ein grundlegendes Prinzip der Hochschulbildung sei. Sie argumentierten, dass eine solche Vereinbarung die Werte untergrub, die Institutionen wie Cambridge vertreten sollten, und das Regime von Mohammed bin Salman weiter legitimierte.

Ein Komitee der Universität, welches Vorschläge hinsichtlich Reputationsrisiken prüfte, hatte die Anfrage der Rechtsschule zur Erörterung einer „Vereinbarung“ mit dem saudischen Verteidigungsministerium zugestimmt. Senior Akademiker äußerten sich schockiert über den Vorschlag. Experten warnten jedoch davor, dass selbst wenn akademische Freiheit zugesichert wurde, die Gefahr der Selbstzensur bei finanziellen Interessen stets bestand. Sie beschrieben die Entwicklung als „verabscheuungswürdig“ und betonten, dass die einzige sinnvolle Sicherung darin bestand, dass Saudi-Arabien seine Unterdrückung der Meinungsfreiheit beendete und jene freigab, die wegen ihrer Überzeugungen angeklagt wurden.

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