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Kultur

Rechtsaußener Bürgermeister löste Empörung aus, als er Theateraufführung von Migrationsdrama stoppte

Kulturelle Zensur und die Debatte um künstlerische Freiheit in Frankreich

Der französische Bürgermeister Florian Azéma löste Empörung aus, als er die nationale Tour des Theaterstücks von Alexis Michalik, dem anglo-französischen Dramatiker, Passeport, in Castres absagte. Das Stück thematisierte die Geschichte eines jungen Mannes, der im kalaisischen Flüchtlingslager „Die Dschungel“ ums Leben kam und mit einem eritreischen Reisepass in die Suche nach Identität und Integration trat. Azéma bezeichnete Passeport als politische Propaganda, die keinen Platz im kulturellen Programm der Stadt fand. Diese Entscheidung führte zu Protesten und Anschuldigungen gegen die rechtspopulistische National Rally (RN) wegen kultureller Zensur.

Michalik erklärte, die Absage diente als Warnung vor den möglichen Konsequenzen, falls die National Rally die Regierung regierte. Er betonte, dass die Freiheit der künstlerischen Entfaltung und die Unabhängigkeit der kulturellen Programmgestaltung weder rechts noch links zugeordnet werden konnten. Er argumentierte, dass die Möglichkeit, das Stück zu sehen, jedem Bürger offenstehen müsse. Michalik kritisierte, dass die National Rally zwar die Unabhängigkeit von Kultur und freie Meinungsäußerung bejahte, dies jedoch auf lokaler Ebene nicht umsetzte. Er verglich die Vorgehensweise mit einem „Trumpistischen Ansatz“ in den Vereinigten Staaten.

Die Absage rief auch im französischen Parlament Fragen auf. Die Kulturministerin Catherine Pégard erinnerte daran, dass die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks durch das Gesetz auf nationaler Ebene geschützt und verankert sei. Das Stück Passeport war für eine Aufführung im Theater von Castres vorgesehen, doch kurz vor der Veröffentlichung des Programmplans verschwand es aus dem Kalender. Michalik erklärte, dass die Behörde in diesem Fall eine politische und ideologische Entscheidung getroffen hatte, da die finanzielle Begründung fehlte.

Azéma versuchte, die Absage zu rechtfertigen, indem er behauptete, das Stück befürworte die „Förderung illegaler Einwanderer“ und eine „ungewöhnliche Darstellung der Polizei“. Er erklärte gegenüber der Agence France-Presse, dies korrespondiere nicht mit seiner Position während der Wahlkampagne. Michalik äußerte tiefe Trauer über die Absage und betonte, dass er die Geschichte aus der Perspektive des Migranten erzählen wollte, nicht die übliche Darstellung in den Medien. Er betonte die Bedeutung der menschlichen Reise und die Bemühungen der Migranten, sich in Frankreich einzuleben.

Der Dramatiker äußerte sich besorgt über die zunehmende Feindseligkeit gegenüber Migranten. Er erinnerte daran, dass Migranten stets in der Geschichte präsent waren und dass sie immer dieselben als Problem bezeichneten. Michalik betonte jedoch auch, dass keine Regierung Flüchtlinge stoppen könne, da die Gesellschaft mit der Migration unweigerlich weiterentwickeln müsse.

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