Die Feuerwehren in Frankreich und Spanien rüsteten sich auf, um riesige Waldbrände unter Kontrolle zu bringen, bevor eine neue Hitzewelle die Bemühungen komplizierte. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska erklärte, dass die Montag- und Dienstage „absolut entscheidende Tage“ seien, bevor die Temperaturen am Mittwoch erneut anstiegen. Dies veranlasste den Premierminister Pedro Sánchez, vor den schwierigen Stunden und komplexen Phasen vorzugeben.
Spanien erlebte einen Rekordbrand in der hügeligen Region Ávila westlich von Madrid, der 50.000 Hektar verbrannte. Die Behörden bekämpften zudem zwei separate Brände nordwestlich von Madrid, wodurch die gesamte Fläche des verbrannten Landes nahe der Hauptstadt auf 70.000 Hektar stieg. Die staatliche Wetterbehörde Aemet prognostizierte, dass die Hitzewelle „zumindest“ bis Sonntag andauern würde, was die Brandbekämpfungsbemühungen durch hohe Temperaturen und lokal böige südwestliche Winde erschwerte.
In Frankreich befand sich die Feuerwehr in Gironde in Südwestfrankreich in einem Wettlauf gegen die Zeit, um die Brände zu kontrollieren. Der Innenminister Laurent Nuñez beschrieb den Brand als „extrem intensiv und unvorhersehbar“, der eigene Winde erzeugte und unregelmäßig in Richtung Bordeaux metropolitaner Regionen vordrang. Der Bürgermeister von Bordeaux, Thomas Cazenave, bereitete sich auf alle Eventualitäten vor, da der Brand innerhalb von fünfzehn Kilometern von der Stadt ankam.
Der französische Präsident Emmanuel Macron betonte, dass die kommenden Wochen zäh seien und man durchhalten müsse. Er erwähnte jedoch, dass ein kleinerer Brand in den angrenzenden Landes, der über 30.000 Menschen evakuiert hatte, „eingedämmt“ worden war, aber „virulent“ blieb. Die Gironde-Feuer verbrannten bisher 42.000 Hektar und stellten eine der größten Landzerstörungen Frankreichs seit dem Zweiten Weltkrieg dar.
Die spanische Regierung erklärte, dass die in diesem Jahr verbrannten 172.000 Hektar bewaldeten Fläche sechsmal größer seien als die entsprechende Zahl für das Jahr 2025. Sánchez betonte, dass die Brände keine isolierten Vorfälle seien. Er erklärte, dass dies die schmerzhafteste Manifestation einer Klimakrise sei, welche die Brände gieriger und die Hitzewellen häufiger mache und somit das Land anfälliger mache. Er beendete mit der Feststellung: „Es ist keine Ausnahme mehr. Es ist die Regel.“
Die Europäische Kommission reagierte auf die Situation. Die leitende Funktionärin für die grüne Transformation, Teresa Ribera, äußerte, dass Europa nicht auf die Folgen der Klimakrise vorbereitet sei. Die Wissenschaft zeigte, dass eine Reihe von Hitzewellen, einschließlich Rekordtemperaturen im Juni, ohne die Klimakrise unmöglich gewesen wären. Die Europäische Kommission versprach, im Oktober eine umfassendere Anpassungsstrategie vorzuschlagen. Die EU koordinierte den Einsatz von sieben Flugzeugen und vier Hubschraubern für Frankreich sowie sechs Flugzeugen und drei Waldbrandteams für Spanien, nachdem die Länder den Notfallhilfemechanismus des Blocks aktiviert hatten.